Die Energierückgewinnung beim Verzögern scheint zwar gut zu funktionieren – insbesondere im Eco-Modus ist die Bremswirkung zum Teil so heftig, dass das Fahrzeug auch ohne Tritt aufs Bremspedal fast zum Stehen kommt. Den Aktionsradius erweitert das aber nur begrenzt. Die unter den Sitzen eingebaute Lithium-Ionen-Batterie hat wie beim Vorgänger nur eine Kapazität von 17,6 Kilowattstunden. Das soll laut NEFZ-Testzyklus für eine Reichweite von 155 Kilometern pro Akkuladung reichen, doch in der Realität ist spätestens bei 110 bis 120 Kilometern Schluss.

Für ein reines Stadtauto mag das passen, doch schon bei kleineren Ausfahrten, zu denen eine Schönwetterlage den Cabriofahrer schnell verführt, könnte es problematisch werden. Außerdem nimmt die Fahrdynamik rapide ab, je näher sich das etwa 1,2 Tonnen schwere Elektro-Cabrio dem abgeriegelten Höchsttempo von 130 Kilometern pro Stunde nähert. Dass bei solchen Geschwindigkeiten zudem die Reichweite stark zurückgeht, bedarf wohl keiner besonderen Erwähnung.

Leiser Luftikus

Auch die Ladesituation ist immer noch wenig erquicklich. An der heimischen Haushaltssteckdose (230 Volt, 16 Ampere) dauert es ganze sechseinhalb Stunden, bis die 96 Zellen des Akkus wieder zu 80 Prozent aufgefüllt sind – obwohl es sich ja eher um eine kleine Batterie handelt. An einer sogenannten Wallbox (32 Ampere), für die man 700 bis 800 Euro plus Installation extra investieren muss, ist dieses Ziel in rund dreieinhalb Stunden erreicht.

Erst bei einer Dreiphasenladung mit einem 22-Kilowatt-Schnelllader braucht man lediglich 45 Minuten, bis vier Fünftel der Batterie wieder aufgeladen sind. Dafür muss der Smart allerdings mit einem entsprechenden On-Board-Lader technisch gerüstet sein, was für beide Komponenten weitere Zusatzkosten von zusammen etwa 1.500 Euro mit sich bringt. Eine Investition, die wegen der Möglichkeit, den Smart an öffentlichen Schnellladestationen anschließen zu können, dennoch empfehlenswert erscheint.

Im Fahrverhalten präsentiert sich das ed-Cabrio wie die anderen E-Smarts spürbar erwachsener als die Vorgängergeneration. Sein extrem kleiner Wendekreis (6,95 Meter) macht den 2,70 Meter kurzen Wagen handlich-agil und sorgt für ein gewisses Gokart- oder sogar Autoscooter-Feeling. Das Mehrgewicht des Elektro-Cabrios wirkt sich kaum negativ auf die Fahreigenschaften aus. Das nervöse Geruckel bei Querfugen haben die Ingenieure ausgemerzt. Das Poltern beim Überfahren von Kanaldeckeln ist zwar immer noch spürbar, ohne aber die Bandscheiben in ähnlicher Weise zu malträtieren, wie das der Vorgänger tat.

Im Gegensatz zur Ausstattung der mit Benzin betriebenen Geschwister sind immerhin Klimaanlage und Radio serienmäßig eingebaut. Dafür gibt es eine Lenkradverstellung nicht für Geld und gute Worte.

Das Smart Electric Drive Cabrio hat als Sommergenussauto seinen ganz eigenen Charakter. Es ist ein leiser Luftikus, der sich im urbanen Getümmel wohlfühlt und dort viel Fahrspaß vermittelt. Das Reichweitenmanko trübt jedoch den Gesamteindruck.

Technische Daten

Motorbauart: Drehstrom-Synchronmotor, Hinterradantrieb
Leistung: 60 kW (81 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 11,8 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h (abgeriegelt)
Batterie: Lithium-Ionen-Technik, 17,6 kWh Kapazität
Normverbrauch: 13,0 kWh je 100 km
Reichweite laut NEFZ: 155 km
CO2-Emission: 0 g/km
Preis: ab 25.200 Euro