In Deutschland kann ich mich weigern, ins Röhrchen zu blasen, wenn ich wegen Alkohol am Steuer kontrolliert werde. Doch wie sieht es im Ausland aus?, will ZEIT-ONLINE-Leser Frank Nebel wissen.

Zunächst einmal: "Auch in Deutschland kann kein Autofahrer eine Alkoholkontrolle verweigern", sagt der Rechtsanwalt Frank-Roland Hillmann. Lediglich die sogenannte Atem-Alkohol-Kontrolle (AAK) können Kraftfahrer hierzulande ablehnen, nicht aber die Blut-Alkohol-Kontrolle (BAK). "Wer sich also in Deutschland weigert, eine Atemalkoholprobe durchführen zu lassen, wird dann automatisch der Blutprobe zugeführt."

Der Oldenburger Rechtsanwalt erklärt das Prozedere: "Meistens geschieht die Blutentnahme vor Ort, indem ein Arzt hinzugerufen wird, oder aber die Polizisten nehmen den Betroffenen mit auf die Wache und rufen dort einen Arzt, der dann die Blutprobe entnimmt." Wer sich weigert, hat ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu befürchten. "Also gibt es auch in Deutschland keine Möglichkeit, sich letztlich gegen eine solche Blutprobe zu wehren", stellt Hillmann klar.

Im Ausland drohen demjenigen, der die Alkoholkontrolle verweigert, saftige Bußgelder, und in vielen Ländern riskiert man zusätzlich eine Freiheitsstrafe. In Frankreich etwa droht eine Geldstrafe von bis zu 4.500 Euro, zusätzlich kann eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren ausgesprochen werden. In Italien bewegen sich die Geldstrafen zwischen 1.500 und 1.600 Euro, auch dort kann eine drei- bis zwölfmonatige Freiheitsstrafe das Bußgeld ergänzen.

Im Nachbarland Luxemburg wird es ebenfalls teuer: Die Geldstrafe variiert zwischen 500 und bis zu 10.000 Euro, und zusätzlich kann eine Gefängnisstrafe von drei Tagen bis zu acht Jahren ausgesprochen werden. Auch in der Schweiz droht bei einer "Vereitelung von Maßnahmen zur Feststellung der Fahruntüchtigkeit", wie es im Behördendeutsch heißt, eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren – die Geldstrafe wird abhängig vom Einkommen festgelegt.

Auch in Österreich sollte man die Kontrolle nicht verweigern, denn sonst wird von Gesetzes wegen automatisch ein Blutalkoholwert von 1,6 Promille angenommen. Die Geldstrafe liegt dann zwischen 1.600 und 5.900 Euro.

Wer also im Urlaub das Abendessen mit einem Aperitif beginnt und sich zum Essen die ein oder andere Flasche Rotwein gönnt, sollte besser zu Fuß ins Hotel wanken oder ein Taxi bestellen. Alles andere könnte die Urlaubsfreude und den Erholungswert der Reise empfindlich schmälern.