Wer abends in den Szenevierteln von Dubai entlang der unzähligen Restaurants und Geschäfte flaniert, dem reicht ein Blick auf die Straße, um zu erkennen: Das Geld hier sitzt locker, und der Sprit ist günstig. Unterwegs sind vor allem Edelkarossen, hochpreisige Sport- und Luxuswagen sowie schwere SUV. Sparen? CO2-Ausstoß? Das interessiert hier niemanden.

Natürlich ist auch die Polizei in Dubai erstklassig ausgestattet. Der neueste Wagen im polizeilichen Fuhrpark etwa ist ein Rolls-Royce Wraith, den die Behörde eigens auf der diesjährigen Dubai Motor Show präsentierte. Zur Flotte der Polizei gehören ebenso ein Bentley Bentayga und ein Lamborghini Aventador. Für abseits des Asphalts steht unter anderem ein 700 PS starker Geländewagen von Brabus zur Verfügung. Insgesamt besitzt die Polizei 25 Luxusgefährte.

Mit entsprechenden Erwartungen schlendert der Besucher durch die Messehallen hinter dem World Trade Center über die Motorshow, die am Wochenende zu Ende ging. Natürlich sind auch die deutschen Autobauer vertreten, die Staaten im Nahen Osten und ihre enorme Kaufkraft sind mittlerweile viel zu wichtig, um sie noch ignorieren zu können. Präsentiert wird dabei das, was so ähnlich schon kürzlich in Frankfurt auf der IAA gezeigt wurde – sogar inklusive Elektromobilität.

Die Klimaanlage macht E-Autos unmöglich

Dabei sind E-Autos in Dubai kein Thema, obwohl die Stadt offiziell über 54 Ladestationen verfügt. Das Hauptproblem ist nicht die geringe Reichweite der Stromer, sondern der permanente und obligatorische Einsatz der Klimaanlage. Bei Temperaturen zwischen 25 bis 45 Grad Celsius, wie sie in Arabischen Emiraten ganzjährig herrschen, würde sie den Akku innerhalb von Minuten leersaugen.

Also besser gleich ein dicker Achtzylinder. Das ist mit Abstand der Lieblingsmotor in dieser Region der Welt – egal ob im neuen Inifiniti QX 80, der auf der Autoshow seine Weltpremiere feiert, oder in den riesigen SUV von Lincoln, Ford, Chevrolet, Cadillac, Toyota und Nissan. Denn bei Benzinpreisen von umgerechnet 45 Cent pro Liter schmerzt ein Verbrauch von 20 bis 25 Litern nicht wirklich.

Besonders spektakuläre Modelle auf der Dubai International Motor Show stellen die Nischenanbieter vor – am abenteuerlichsten ist wohl der Devel 60. So nennt sich eine Art Wüstenpanzer, der in jedem Science-Fiction-Film Platz finden würde: sechs Räder, sechs Sitze, 700 PS, ausgestattet mit jedem erdenklichen Luxus. Gebaut wird das Gefährt in den USA. Die optisch einem Spähpanzer ähnelnde Karosserie besteht komplett aus Karbon. Ende 2018 soll es angeblich mit einer Kleinserie losgehen. Kaufpreis: mehrere Millionen Dollar. Genauer will es Firmengründer und Autosammler Majid Al Attar nicht sagen.