Die Deutsche Bahn wird ihr für dieses Jahr angepeiltes Pünktlichkeitsziel nicht erreichen. Das hat Bahnchef Richard Lutz in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung bekannt gegeben. "Dafür ist zu viel passiert, gerade im zweiten Halbjahr. Das ärgert uns. Wir hatten den Kunden mehr versprochen", sagte Lutz. Ursprünglich war geplant, dass 80 Prozent der Züge im Fernverkehr pünktlich sind.

Ihr langfristiges Ziel von 85 Prozent pünktlicher Züge will die Bahn nicht aufgeben. "Wir halten daran fest, auch wenn auf dem Weg dorthin beträchtliche Hindernisse zu beseitigen sind", sagte Lutz der Zeitung. Die Bahn wolle vor allem Ausfälle bei Unwettern, wie zuletzt bei Sturm Xavier, vermeiden. Bei dem schweren Unwetter im Oktober waren in weiten Teilen Nord- und Ostdeutschlands zahlreiche Gleise beschädigt worden und Zugverbindungen ausgefallen.

Die Bahn möchte sich laut Lutz besser auf Unwetter vorbereiten und Bäume und Sträucher entlang der Gleise kontrollieren. "Weniger Streckensperrungen, auch bei Unwettern", seien das Ziel.

Auch der Start der Schnellbahntrasse Berlin–München soll zu neuen Passagierrekorden beitragen und eine Alternative zum Flugzeug darstellen. Mit verkürzten Fahrtzeiten von weniger als vier Stunden wolle die Bahn "Flugzeuge und Autos angreifen", sagte Lutz.