Neben der ungewöhnlichen Sitzposition hat Tesla auf der Präsentation des Lkw weitere Besonderheiten hervorgehoben, etwa die aus dem Pkw der Marke bekannten extremen Beschleunigungswerte. In zwei Sekunden soll der Wagen von null auf 100 Stundenkilometer kommen. Aber halten diese Versprechungen auch dann, wenn der Truck voll beladen ist?

Außerdem: Ein beladener Lkw fährt idealerweise gleichmäßiges Tempo; mit vollem Hänger bedeutet jedes Gasgeben eine Explosion beim Energieverbrauch. Beschleunigung ist im Unterschied zu den Spaßmobilen der Marke bei einem Nutzfahrzeug also kaum entscheidend. Viel wichtiger wären gute Werte bei der Verzögerung. Aber energische Bremsen – das zeigt schon das Tesla-SUV Model X – zählen nicht zu den Kernkompetenzen des Autobauers.

2019 soll der E-Truck in Serie gehen

Zweifel gibt es auch an den proklamierten Sicherheitsvorteilen des E-Antriebs. Die einzeln gesteuerten E-Motoren sollen vor allem das gefürchtete Jackknifing verhindern – das Zusammenfalten des Zugfahrzeug-Anhänger-Gespanns. Ob die starken Motoren den Zug aber auch dann noch stabil halten können, wenn 30 Tonnen Ladung ins Rutschen kommen, bleibt zumindest zweifelhaft.

Doch auch wenn Tesla seinen E-Truck mit einigen Showkomponenten würzt und typische E-Auto-Vorteile wie die Beschleunigung überbetont – die Elektrifizierung im Güterverkehr wird wohl kommen. Andere Hersteller wie die Daimler-Tochter Fuso arbeiten bereits länger an elektrischen Trucks, die in den kommenden vier Jahren in Serie gehen sollen. Bereits auf der Straße unterwegs ist etwa ein elektrisch betriebener Leicht-Lkw der Marke, der eCanter, der vor allem auf Kurzstrecken und im Stadtverkehr unterwegs ist.

Bis 2019 will Tesla nun nachziehen: Dann soll der E-Lkw in Serie auf die amerikanischen Straßen kommen.