Im Juli 2017 kam die Wende: Erstmals wurden in Deutschland mehr Geländewagen und SUVs zugelassen als Kompaktautos. Mit fast 65.000 Neuzulassungen wurden die mehr oder weniger geländegängigen Autos zum stärksten Segment. Auch immer mehr Menschen in der Stadt entscheiden sich für einen SUV – denn innerhalb der Klasse findet gerade eine Verschiebung statt: weg von den mächtigen Geländewagen, hin zu kompakteren Modellen. Praktisch für die Innenstadt.

An diesem großen Markt der kleinen SUV will nun auch Volkswagen mitverdienen. Erst Jahre nach vielen Wettbewerbern haben die Wolfsburger nun auch ein Crossover Urban Vehicle im Portfolio, wie die Mini-SUV für die Stadt genannt werden. Das Auto mit der Bezeichnung T-Roc soll der neue Bestseller im VW-Konzern werden, denn er ist im Vergleich zum altbackenen Golf höchst modern.

Geräumiger als ein Golf – trotz ähnlicher Maße

Der T-Roc trägt ein coupéhaftes Fließheck, was dem Auto ein elegantes Aussehen verleiht. Es gibt ihn ausschließlich als Viertürer und in den drei Ausstattungsvarianten T-Roc, Style und Sport. Serienmäßig wird er in einem zweifarbigen Design geliefert, das Dach ist jeweils in einer von drei Kontrastfarben lackiert. Insgesamt sind so 24 Farbkombinationen möglich, im Innenraum gibt es die passenden Dekoreinlagen dazu.

Sechs Motoren in drei Leistungsstufen stehen zur Auswahl. Die jeweils drei Benziner und drei Diesel haben 115, 150 oder 190 PS. Die stärkste Motorisierung ist serienmäßig mit 7-Gang-Direktschaltgetriebe und Vierradantrieb ausgestattet.

Die Grenzen zwischen SUV und Kleinwagen verschwimmen

Der T-Roc ist geringfügig kürzer als ein Golf, etwas breiter und sichtbar höher. So kompakt das Auto von außen wirkt, so geräumig erscheint es innen. Gefühlsmäßig bietet das SUV daher deutlich mehr Raum als der Golf. Preislich liegen die Autos nahe beieinander. Den T-Roc gibt es ab 20.390 Euro (etwa 2.000 Euro teurer als ein Golf) und mit allerlei Fahrerassistenzsystemen und Smartphone-Diensten. Der Kofferraum hat ein beachtliches Volumen von 445 Litern – und ist damit etwa ein Fünftel größer als der im Golf.

Laut Siegfried Trede, Leiter Fahrzeugbewertung beim Deutschen Automobil Treuhand, gehört Volkswagen nicht zu den Trendsettern im Markt für Mini-SUV. Dennoch sei es für den Konzern wichtig, vom gegenwärtigen SUV-Boom zu profitieren. Als beispielsweise das Mittelklasse-SUV Tiguan vor zehn Jahren vorgestellt wurde, lag der Anteil dieser Art von Fahrzeugen an den Neuzulassungen nur bei etwa sieben Prozent, so Trede. Heute ist jedes vierte neue Auto ein SUV.