Die Autobauer Daimler und BMW wollen Medienberichten zufolge ihre Carsharingdienste zusammenlegen. Die Verhandlungen seien auf der Zielgeraden, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Demnach soll die Fusion schon im Februar bekannt gegeben werden. Die Sprecher der beiden Dienste wollen den Bericht nicht kommentieren.

Auch die Nachrichtenagentur Reuters meldet unter Berufung auf einen hochrangigen Automanager, die Gespräche zwischen BMW und Daimler über eine Fusion der Töchter seien kurz vor dem Abschluss. BMW bringe seine Töchter Drive Now und Park Now, Daimler sein Car2Go-Geschäft in die gemeinsame Firma ein.

Der FAZ zufolge sollen die Marken DriveNow und Car2Go erhalten bleiben. Die Technik im Hintergrund soll allerdings zusammengelegt werden, was Kosten einsparen könnte. Außerdem solle eine gemeinsame Internetplattform die Dienste für die Kunden bündeln.

Weltweit insgesamt vier Millionen Kunden

Bei beiden Diensten können die Kunden spontan Fahrzeuge per App über ihr Smartphone orten, mieten und überall in Städten abstellen. Car2Go, das vor drei Jahren von Daimler gegründet wurde, hat 14.000 Autos und drei Millionen Kunden weltweit. DriveNow, ein Gemeinschaftsunternehmen des Autovermieters Sixt und BMW, zählte zum Jahreswechsel knapp über eine Million Kunden europaweit und eine Flotte von 6.000 Wagen. Trotz Kundenzuwächsen zwischen 25 und 30 Prozent verdienen die Firmen jedoch bisher kaum etwas an der Kurzzeitmiete.

Über Fusionsverhandlungen der beiden Dienste gab es im vergangenen Jahr immer wieder Berichte. Daimler und BMW wollten die "Markt- und Mediengerüchte" nicht kommentieren. Laut der FAZ ist die Fusion von DriveNow und Car2Go von strategischer Bedeutung, um den Konkurrenten aus den USA und Asien wie Uber und Didi Chuxing etwas entgegenzusetzen, die mit Angeboten zwischen Taxi und Mitfahrgelegenheit für sich werben. 

Dass sich die Verhandlungen so lange hinzögen, habe seinen Grund auch darin, dass Miteigentümer noch überzeugt werden mussten, schreibt die Zeitung weiter. So hat BMW DriveNow von Beginn an als Gemeinschaftsunternehmen mit dem Autovermieter Sixt gegründet. "Ohne Zustimmung von Sixt ändert sich bei DriveNow nichts", verlautete es nach FAZ-Informationen lange aus der Zentrale des Autovermieters in Pullach. Doch nun soll sich Sixt, der 50 Prozent an DriveNow hält, mit BMW über ein Kaufangebot für einen Teil der Anteile und die Markenrechte geeinigt haben. Sixt werde Minderheitspartner.