Klappräder, E-Scooter und Pedelecs erfreuen sich bei Pendlern als Mobilitätsalternative zunehmender Beliebtheit. Gleich mehrere Eigenschaften dieser Zweiradkategorien vereint der Stigo in sich. Der Roller aus Estland fährt rein elektrisch bis zu 20 km/h schnell, ist klapp- und damit leicht verstaubar und darf ohne Helm legal im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden.

Schon das per Kurier zugestellte Paket mit dem Stigo macht klar: Dieses Fahrzeug ist kompakt. Ein einfacher Mechanismus ermöglicht ein Zusammenklappen auf ein 120 x 50 x 45 Zentimeter großes Format. So passt der Roller auch in einen Abstell- oder Kofferraum. Wer mit dem zusammengeklappten Stigo unterwegs ist, kann den Lenker als Handgriff nutzen – an ihm lässt sich das nur 14 Kilogramm schwere Gefährt dank kleiner Zusatzrollen wie ein Trolley ziehen.

Gewiss, die meisten Rollkoffer sind handlicher und leichter, doch beim Weg vom Bahnhofseingang bis zu den Gleisen muss man sich nicht allzu sehr abmühen. Zudem ist die kostenlose Mitnahme in Zügen oder S-Bahnen erlaubt. Das ist eine wichtige Stärke des Stigo, denn nach der Bahnfahrt kann man auf ihm die letzten Kilometer bis zum endgültigen Ziel schnell und ohne Anstrengung bewältigen.

Zwei Handgriffe und wenigen Sekunden reichen, um den Scooter zu entfalten. Danach muss man noch kurz den Startknopf drücken und zur Freischaltung des Systems einen kleinen Signalgeber, ein sogenanntes NFC-Tag, an das Cockpit halten, um losfahren zu können. Ist der Signalgeber mal nicht zur Hand, lässt sich das System auch über eine Smartphone-App entsperren.

Der Stigo lässt sich mit zwei Handgriffen zusammenklappen. © Max Friedhoff/SP-X

Anders als Pedelecs hat der Stigo keine Pedale, sondern Fußrasten. Zum Beschleunigen dreht man wie bei einem Mofa rechts am Lenker einen Gasgriff. Man braucht dennoch keine einschlägige Erfahrung mit motorisierten Zweirädern, um sich schnell zurechtfinden. Der Stigo fährt sich einfach, allerdings nicht sonderlich antrittsstark. Auf ebener Fläche bringt der in der Hinterradnabe integrierte 200-Watt-Motor den kleinen Klapproller zügig auf die 20 km/h (abhängig natürlich vom Gewicht des Fahrers). Manchmal zeigt der Digitaltacho auch 21 oder 22 km/h an. Bergauf sackt die Geschwindigkeit dagegen auch mal auf einstelliges Niveau ab.

Insbesondere auf glatter Fahrbahn macht das Fahren des handlichen Stigo Laune, bei starker Schräglage kann der Seitenständer indes auch mal aufsetzen. Ist der Untergrund holperig, kommt jedoch viel Unruhe ins Fahrwerk. Wegen der kleinen luftgefüllten Räder reagiert die Lenkung auf Unebenheiten besonders nervös. Der Fahrer muss zudem einiges abkönnen: Dem Stigo fehlen Federelemente, und der Sitz aus Hartplastik mildert ebenfalls keine Schläge ab.

Ansonsten sitzt man auf dem ungepolsterten Sattel recht kommod. Erwachsene machen auf dem kleinen Roller allerdings keine sonderlich gute Figur. Vielleicht schauen deshalb Passanten dem Stigo gerne hinterher. Einige blicken skeptisch, andere reagieren auf das E-Mofa aber auch erfreut.