Um die Luft in den Städten zu verbessern, würde es auch helfen, wenn mehr Elektrofahrzeuge unterwegs wären. Der batterieelektrische BMW i3 zum Beispiel ist so ein schadstoffarmes Auto für die Stadt. Kein Wunder, dass das Modell auch den Namen Megacity Vehicle trägt. Mittlerweile gibt es den i3 in einer verbesserten Version als BMW i3s, inklusive nützlicher Apps. Statt einen fahrenden Akku auf die Räder zu stellen wie etwa Tesla, planten die Bayern ein leichtes und nachhaltig produziertes Kompaktauto für die Stadt. Lange offen blieb jedoch die Frage, wie der i3 aufgeladen werden kann, wenn kein eigener Stellplatz vorhanden ist. Müssen Mieterinnen und Mieter ein Verlängerungskabel vom Balkon herablassen?

Natürlich nicht. Die Antwort auf das Problem des urbanen Ladens ist mittlerweile gelöst, denn in den deutschen Städten steigt die Zahl der Ladesäulen im öffentlichen Raum. Wenn man ein E-Auto mit Schnellladefähigkeit hat, kann man sowohl an Wechselstrom- als auch Gleichstromsäulen Energie auftanken. Beim BMW i3 beispielsweise ist die Schnellladefunktion für einen Aufpreis von 990 Euro zu haben.

Während Wechselstromsäulen zwar kostengünstig im Aufbau – immerhin können sie sogar in einem Laternenmast untergebracht werden – und entsprechend weit verbreitet sind, dauert das Laden an diesen aber noch recht lange. Zum Glück steigt langsam auch die Zahl der Gleichstromladesäulen, an denen ein Elektrofahrzeug binnen weniger Minuten wieder aufgeladen ist. Gleichstromsäulen sind allerdings etwas teurer.

Die passende Säule zu finden, ist einfach geworden: In vielen batterieelektrischen Autos zeigt das Navigationssystem mittlerweile standardmäßig die Ladesäulen im Umkreis an und meist auch, welche gerade frei und welche besetzt sind. Oft kann man sich mit einem Filter zum Beispiel auch nur die Säulen mit Schnellstrom anzeigen lassen. Das macht vieles einfacher.

Noch müssen sich die Nutzer aber an den Ladesäulen authentisieren. Das geht häufig noch über eine entsprechende RFID-Karte oder über eine bestimmte App. Beim BMW i3s zum Beispiel über die ChargeNow-App. Die App verwendet die Software von Hubject, ein System, das europaweit verbreitet ist und von sehr vielen Herstellern und Energieversorgern genutzt wird. Der Clou an der Technik ist, dass die Nutzer nur noch eine Hubject-basierte Plastikkarte benötigen und nicht verschiedene RFID-Karten. Das macht auch Touren durch ganz Deutschland und große Teile Europas einfacher. 

Laden wird künftig noch einfacher

In naher Zukunft, die Rede ist von den kommenden zwei Jahren, soll die Authentisierung sogar automatisiert möglich sein. "Plug & Charge " nennt sich dieser Vorgang. Der Fahrer oder die Fahrerin kommt dann an einer beliebigen Ladesäule an, steckt das Kabel ein, und alles andere inklusive der eichrechtskonformen und kilowattstundengenauen Abrechnung wird automatisch abgewickelt. Die dafür notwendige Norm ISO 15118 ist bereits fertig; die Umsetzung in der Breite kommt noch.

Perspektivisch muss also nur noch der Ausbau der urbanen Ladeinfrastruktur dem größer werdenden Bestand einen Schritt voraus sein. Noch spielt sich der Zuwachs auf niedrigem absoluten Niveau ab. Aber ein Mehr von 109 Prozent bei den Zulassungszahlen im Vergleich zum Januar des Vorjahres zeigt, wohin die Reise geht.

Übrigens zeigt ausgerechnet der konservative Mineralölkonzern Shell beim schnellen Gleichstrom Innovationskraft: Im Vereinigten Königreich errichtet Shell Schnellladesäulen auf dem Gelände seiner Tankstellen. Bedenkt man nun, dass viele der 14.510 Tankstellen in Deutschland überflüssig sind und einige sich auf Grundstücken in bester Citylage befinden, ergibt sich die Chance für ein neues Geschäftsmodell: Zapf- könnten künftig zu Ladesäulen werden.