Die Wertverluste von Dieselautos in Deutschland könnten durch die drohenden Fahrverbote bis zu 10 Milliarden Euro betragen. Zu diesem Schluss kommt Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Car-Instituts der Universität Duisburg-Essen, in einer Modellrechnung für die Wochenzeitung DIE ZEIT.

Dudenhöffer nimmt an, dass in den kommenden zwei Jahren fünf Millionen Dieselgebrauchtwagen auf den Markt kommen werden. Normalerweise läge der Wert dieser Autos im Durchschnitt bei 13.500 Euro. Im Moment müssten die Verkäufer jedoch mit einem Abschlag von rund 2.000 Euro für jedes Fahrzeug rechnen, in Summe also 10 Milliarden Euro.

Besonders betroffen sind die Automobilhersteller selbst, die Leasingflotten betreiben. Sie sind nämlich dazu verpflichtet, die Wagen zu einem garantierten Preis von den Kunden zurückzunehmen, der jetzt weit über dem Marktwert liegt.

In vielen deutschen Städten liegt die Schadstoffbelastung deutlich über dem EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Das Bundesverwaltungsgericht hatte Ende Februar entschieden, Fahrverbote für Dieselfahrzeuge dort grundsätzlich zu erlauben, wenn die Verhältnismäßigkeit gewahrt werde. Das Umweltbundesamt hatte daraufhin vorgeschlagen, blaue Plaketten einzuführen, die Dieselfahrzeuge kennzeichnen sollen, die weniger Stickstoffe ausstoßen.