Flixbus schickt ab dem 23. März nach einer Testphase einen eigenen Zug auf die Strecke Hamburg-Essen-Düsseldorf-Köln. Damit erweitert das Unternehmen sein Bahn-Angebot, das Fahrgäste über längere Strecken schneller ans Ziel bringen soll als ein Bus. Schon 2017 hatte Flixbus die Strecke Hamburg-Köln in Kooperation mit dem Bahnbetreiber HKX testweise angeboten. Die Züge sollen einmal täglich außer mittwochs fahren. 

Die Muttergesellschaft Flixmobility hat dafür ein eigenes Unternehmen gegründet, Flixtrain – quasi eine Schwester von Flixbus. Bereits heute wirkt Flixtrain als Vertriebsplattform für Tickets von Bahn-Konkurrenten für mehrere Strecken. Flixtrain selbst fährt keine Züge; betrieben werden diese von dem tschechischen Anbieter Leoexpress und dem Nürnberger BahnTouristikExpress. Die neuen Züge sollen im firmeneigenen Grün unterwegs sein.

Ab Mitte April sollen weitere Zugstrecken folgen. Bereits jetzt bietet Flixbus Fahrten mit Locomore an, das von Stuttgart über Frankfurt und Hannover nach Berlin verkehrt. "Mit dem Zug sind wir plötzlich für Kunden relevant, für die wir bisher nicht interessant waren. Davon profitiert auch unser Fernbusangebot", sagte Flixbus-Chef André Schwämmlein der Funke Mediengruppe. Flixbus hatte im Sommer 2017 den damals insolventen Bahnanbieter Locomore übernommen.

"Wir fahren bis Sommer drei Züge"

"Wir haben seit August 2017 über 150.000 Passagiere auf der Schiene transportiert und gemerkt, dass die Züge bei den Kunden gut ankommen", sagte Schwämmlein der Wirtschaftswoche. Die Auslastung der Züge sei "höher als bei den Bussen". Für dieses Jahr strebe das Unternehmen in seinen Zügen insgesamt eine halbe Million Passagiere an. Ziel des Unternehmens ist es, insgesamt 28 Ziele in fünf Bundesländern anzubinden.

Als Konkurrenz zum ICE der Deutschen Bahn sieht Flixbus-Chef Schwämmlein das eigene Angebot nicht. "Wir fahren bis Sommer drei Züge", sagte er der Wirtschaftswoche. Das Staatsunternehmen hat allein 280 ICE-Züge in ihrer Flotte. Mit dem vergleichsweise günstigen Fernbus-Angebot hatte Flixbus die Bahn allerdings erheblich unter Druck gesetzt.

Flixbus war 2013 nach der Liberalisierung des Fernbusmarkts gestartet. Das Unternehmen fusionierte Anfang 2015 mit MeinFernbus und dominiert seitdem dieses Geschäftssegment in Deutschland. Verschiedene Wettbewerber sind damit gescheitert, der Bahn Konkurrenz zu machen.