Tesla will nach dem Produktionsstopp die Fertigung seines Model 3 verdreifachen. In einer internen Mail an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kündigt Tesla-Chef Elon Musk eine Produktion rund um die Uhr an. Dafür würden 400 neue Arbeitskräfte eingestellt. Bis Ende Juni sollen so wöchentlich 6.000 neue Autos vom Band laufen. Im März waren es noch 2.000.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass die Herstellung des Model 3 in den Fabriken in Fremont und Nevada stillsteht. Mitarbeiter konnten entweder unbezahlt zu Hause bleiben oder Urlaubstage abbauen, berichtete die Nachrichtenseite BuzzFeed. In der drei- bis fünftägigen Produktionspause wolle Tesla aufrüsten, um anschließend die Produktion anzuziehen, heißt es jetzt.

Musk erhöht in dem Schreiben auch den Druck auf die Angestellten: Jede Abteilung und Zulieferfirma, die mit der Produktion überfordert sei, müsse Musk persönlich eine "sehr gute Erklärung" und einen "Plan zur Lösung des Problems" unterbreiten. Zuvor hatte der Tesla-Chef auf Twitter eingeräumt, die Produktion zu sehr auf Roboter zu stützen. "Übermäßige Automatisierung bei Tesla war ein Fehler. Um genau zu sein, mein Fehler. Menschen sind unterbewertet."

Kritik an der Qualität der Tesla-Autos

Musk reagierte in dem Schreiben auch auf Kritik an der Qualität der Tesla-Produktion. Videos auf YouTube hatten auf ungleiche Abstände zwischen Karosserieteilen aufmerksam gemacht. Wenn Käufer beim Nachmessen Abweichungen von den offiziellen technischen Daten entdeckten, "bedeutet das nur, dass deren Maßband falsch ist", schreibt Musk zudem.

Der Model 3 ist ein Mittelklassewagen, der Tesla einen neuen Markt eröffnen soll. Schon bis Ende 2017 hatte Tesla eigentlich 5.000 Autos pro Woche produzieren wollen. Musk verschob das Ziel später auf Juni. Mehr als 400.000 Reservierungen für das Model 3  gingen bisher ein. Tesla müht sich seit dem offiziellen Produktionsstart im Sommer 2017 diese abzuarbeiten.