Welche Beleuchtung brauche ich an meinem Fahrrad? Ich habe gelesen, dass es Mitte vergangenen Jahres eine Gesetzesänderung gab. Jetzt bin ich verunsichert, welches Licht ich für mein Rad nutzen muss, schreibt ZEIT-ONLINE-Leserin Nina Melzer.

Auch wenn die Tage länger werden: Die Beleuchtung sollte dennoch funktionieren, wenn man sein Fahrrad wieder aus dem Schuppen holt. Die Leserin hat recht, in der Tat wurde die zentrale Vorschrift reformiert, die sich mit der Beleuchtung von Fahrrädern beschäftigt – Paragraf 67 der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO). Die Änderung gilt seit 1. Juni 2017 und wirkt sich auch auf die Straßenverkehrsordnung (StVO) in Paragraf 23, Absatz 1 aus.

Falk Schulz, Rechtsanwalt in Münster, erklärt, was sich geändert hat: "Die Bestimmung, dass Beleuchtungseinrichtungen auch am Tage vorhanden und betriebsbereit sein müssen, gilt seit Juni 2017 nur noch für Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger, nicht mehr – wie zuvor – auch für Fahrräder." Wer also eine Tagestour mit seinem Rennrad unternimmt oder tagsüber zum Einkaufen radelt, muss sich keine Sorgen machen, wegen fehlender Beleuchtung bei einer Kontrolle Ärger mit der Polizei zu bekommen.

"Für Fahrräder gilt nun ausschließlich Paragraf 67 StVZO", fügt Schulz hinzu. Was bedeutet das konkret für die Radfahrerinnen und Radfahrer? Eine grundsätzliche Sache gilt nach wie vor: Fahrräder dürfen nur dann im öffentlichen Straßenverkehr betrieben werden, "wenn sie mit den vorgeschriebenen und bauartgenehmigten lichttechnischen Einrichtungen ausgerüstet sind". Allerdings, so betont der Anwalt, sind als Lichtquelle jetzt auch abnehmbare Scheinwerfer erlaubt.

Das heißt: "Scheinwerfer, Leuchten und deren Energiequelle dürfen abnehmbar sein, sie müssen jedoch während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Sichtverhältnisse es erfordern, angebracht werden." Die StVO verbietet jedoch weiterhin blinkende Scheinwerfer und blinkende Rückleuchten.

"Paragraf 67, Absatz 3 StVZO regelt auch den Einsatz von Tagfahr- und Fernlichtbeleuchtung an Fahrrädern", sagt Schulz weiter. "Demnach dürfen Scheinwerfer zusätzlich eine Tagfahrlicht- und Fernlichtfunktion mit weißem Licht haben. Dabei wurde für das Tagfahrlicht eine EU-weit geltende maximale Lichtstärke und Lichtverteilung festgelegt." Für alle Leuchten ist der Kauf im deutschen Fahrradfachhandel zu empfehlen. Dort kann man sicher sein, dass die angebotenen Produkte den strengen Bundes- und EU-Zulassungsvorschriften entsprechen.

Neu ist zudem, dass jetzt auch rote Rücklichter zugelassen sind, die eine Bremslichtfunktion haben. Das gilt allerdings nicht für blinkende Schlussleuchten. Auch bei den reflektierenden Rückstrahlern hat sich etwas geändert. Jetzt reicht einer aus – zuvor waren es zwei. "Wichtig ist noch für Radsportler: Besondere Regelungen für Rennräder sind nicht mehr in der Vorschrift aufgeführt. Damit gelten alle Regelungen des Paragraf 67 StVZO sowohl für Alltags- als auch für Rennräder", sagt Schulz.