Die Zahl der Zugausfälle bei der Deutschen Bahn ist einem Bericht der Rheinischen Post zufolge im vergangenen Jahr gestiegen. Das geht der Zeitung zufolge aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor. Demnach fielen im vergangenen Jahr 20.000 Züge mehr aus als 2016. Insgesamt fuhren somit 140.000 Züge nicht. In die Pünktlichkeitsstatistik der Bahn werden diese Ausfälle nicht einbezogen.

Laut der Bahn ist es schwierig, ein mathematisches Modell für eine solche Rechnung zu hinterlegen. Außerdem würden die ausgefallenen Züge, wenn sie in die Statistik einbezogen würden, keine wesentliche statistische Abweichung bedeuten. Die Rheinische Post zitierte aus der Antwort des Verkehrsministeriums, dass die Bahn die ausgefallenen Züge in der Statistik von der Grundgesamtheit der planmäßig verkehrenden Züge im Personenverkehr abziehe. Im Januar hatte die Bahn mitgeteilt, dass die Züge 2017 unpünktlicher waren als 2016.

Der bei den Grünen für die Bahn zuständige Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel kritisierte den Konzern. "Es ist schon ein Hammer, dass ausfallende Züge nicht mehr in der Pünktlichkeitsstatistik auftauchen", sagte Gastel der RP. Damit sei klar, dass die Zuverlässigkeit im Bahnverkehr noch "schlechter ausfällt als ohnehin schon in der Statistik".

Laut Regierungsangaben verließen im vergangenen Jahr etwa 0,7 Prozent aller Züge zwar ihren Startbahnhof, kamen aber nicht am Ziel an. 0,3 Prozent aller Züge fuhren demnach gar nicht erst los. Auch in diesem Jahr könnte der Wert höher ausfallen: Bis zum 23. April 2018 gab es beispielsweise eine hohe Zahl an witterungsbedingten Weichenstörungen.