Die Initiative #FreeInterrail geht auf die beiden Aktivisten Vincent-Immanuel Herr und Martin Speer zurück. Sie stellten das Projekt auf Konferenzen und in Zeitungsbeiträgen vor, unter anderem beim Festival Z2X von ZEIT ONLINE.

Die Europäische Kommission will kostenlose Interrail-Tickets für junge Europäer mit bis zu 700 Millionen Euro finanzieren. In der Finanzplanung für die Zeit von 2021 bis 2027 hat die Kommission die Ausgaben für Programme für Jugendliche wie Erasmus Plus um 50 Prozent erhöht, "einschließlich 700 Millionen Euro zur Unterstützung von Interrail-Pässen für junge Menschen", heißt in der Mitteilung zum Haushaltsentwurf von Kommissar Günther Oettinger. Die Jugendlichen sollten eingeladen werden, Europa, die Sprachen und die Menschen kennenzulernen. 

Mit dem Budget signalisiert die Kommission, dass sie die Idee eines kostenlosen Interrail-Tickets für alle 18-jährigen EU-Bürger weiter verfolgen und unterstützen will. Das Vorhaben geht auf die beiden Aktivisten Vincent-Immanuel Herr und Martin Speer zurück. Im Jahr 2016 wurde ihr Projekt von führenden Politikern des Europäischen Parlaments aufgegriffen, und in diesem Jahr startet ein Pilotprojekt der Europäischen Kommission: 18-jährige EU-Bürger können sich im Juni um einen von 15.000 Reisepässen bei der Kommission bewerben.

Dass aus dem Pilotprojekt in diesem Jahr eine langfristige Millionenplanung für das Interrail-Projekt geworden ist, kommt für die Aktivisten überraschend. "Wir sind sprachlos und begeistert", teilten Herr und Speer ZEIT ONLINE mit. Das sei ein großartiger Tag für Europas Jugend. "#FreeInterrail ist eine handfeste Investition in Europas junge Generation und den langfristigen europäischen Zusammenhalt." Wichtig sei nun die angemessene Umsetzung des Projekts: Geringe Zugangshürden und die kluge Verknüpfung mit anderen Jugendprogrammen und Förderangeboten sei wichtig, so die Aktivisten.

Einer der Unterstützer der #FreeInterrail-Idee ist der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion, Manfred Weber von der CSU. Er verbuchte die Aufnahme in den EU-Haushalt als politischen Erfolg seiner Fraktion zusammen mit Haushaltskommissar Oettinger. "Großartige Neuigkeiten", twitterte Weber.

Noch ist die Haushaltsplanung aber nur ein Entwurf. Die Mitgliedsstaaten der EU müssen den Vorschlägen einstimmig zustimmen, damit sie umgesetzt werden. Dabei kann es noch zu Veränderungen des Budgets und einzelner Posten kommen.