Elektroautos mangelt es an der Reichweite für die lange Fahrt – oder sie bräuchten riesige Batterien, die teuer sind. Autohersteller lösen das Problem derzeit, indem sie dem Elektroauto einen weiteren Antrieb spendieren. Meist wird mit dem Elektromotor ein Benziner okmbiniert. So entsteht ein Hybridfahrzeug. Wir haben ausprobiert, ob ein Hybrid zwei Autos ersetzen kann: ein sauberes für die kurze Strecke in der Stadt, als Elektroauto, und ein langstreckentaugliches, um entfernt wohnende Freunde besuchen zu können, ohne fürs Laden der Batterien unterwegs übernachten zu müssen.

Wobei wir eines vorwegschieben müssen: Auch Elektroautos verpesten heute die Umwelt, indirekt. Denn sie beziehen ihre Energie aus dem sogenannten Strommix. Der besteht in Deutschland auch aus Strom, der aus Kohlekraftwerken stammt. Nur auf der Straße ist das Elektroauto wirklich emissionsfrei. Für diesen Artikel soll die Annahme gelten, der Strom für den getesteten Hybrid sei ein grüner. Ist der doppelte der bessere Antrieb?

Zunächst einmal scheint die Kombi aus Elektro- und Verbrennungsmotor als Nachteil. Sie macht das Auto schwer. Das Testauto, ein Porsche Panamera Hybrid, wiegt im Vergleich zum Verbrenner mit ähnlicher Leistung 275 Kilogramm mehr. Das Mehrgewicht muss bewegt werden, was den Gesamtverbrauch erhöht. Was macht die Hybride trotzdem interessiert? Immerhin bestellen etwa 60 Prozent aller Panamera-Käufer ihr Auto als Hybrid.

Unrealistische 2,6 Liter je 100 Kilometer

Für die Hersteller sind es die auf dem Papier deutlich niedrigeren Verbrauchs- und damit Emissionswerte, die sich aus dem Messverfahren zur Zulassung der Fahrzeuge ergeben. Im rein elektrischen Betrieb wird der Verbrauch absurderweise mit null angesetzt – das mindert den Durchschnittsverbrauch gewaltig, beim Porsche auf völlig unrealistische 2,6 Liter pro 100 Kilometer. So helfen Hybride den Hersteller dabei, ihren gesetzlich vorgeschriebenen CO2-Ausstoß einzuhalten. Das lassen sich die Hersteller sogar etwas kosten. Im Fall von Porsche ist der Hybrid 8.000 Euro günstiger als der vergleichbare Verbrenner, obwohl der zweite Antrieb die Fahrzeuge teurer macht.

Bei Hybriden ist die Plug-in-Technologie am weitesten verbreitet. Mit ihr kann man die Batterie für den Elektromotor extern an einer Steckdose laden, bei manchen Modellen auch intern über den Verbrenner. Dass der Testwagen ein Porsche ist, hat seinen Grund: "Neue Technologien werden in teuren Luxusautos eingeführt, von dort breiten sie sich nach unten aus", sagt Michael Bargende, Professor an der Universität Stuttgart mit dem Forschungsschwerpunkt Fahrzeugantriebe. So war es beim Sicherheitsgurt und dem ABS. "Teure Autos sind wichtig für neue Entwicklungen."

Bargende sieht im Plug-in-Hybrid die Antriebstechnologie der Zukunft. "Diese Technik verbindet in idealer Weise den Antrieb von Verbrenner und Elektromotor." Für kurze Strecken in der Stadt ist ein Hybrid eine saubere Lösung, weil der Elektromotor keine schädlichen Emissionen ausstößt und zudem leise läuft. Für lange Fahrten braucht man kein anderes Fahrzeug, dafür ist der Verbrenner da.

Der Porsche kann unterschiedlich betrieben werden: elektrisch, als Hybrid oder sportlich. Im rein elektrischen Modus fährt er maximal 140 km/h. Wird die Hybrid-Funktion gewählt, entscheidet eine Software, welcher Motor gerade die verbrauchsoptimale Variante ist. Bei sportlicher Betriebsartwahl wird die Kraft der E-Maschine zusätzlich fürs Beschleunigen genutzt.