Man muss sich also bei Fahrtbeginn gut überlegen, was einem wichtig ist: wenig verbrauchen oder zügig fahren. "Viel mehr als bei anderen Fahrzeugen hängt bei einem Hybrid der Verbrauch ganz stark davon ab, wie man die Fahrzeuge nutzt", sagt Bargende. Die einfachste Betriebsstrategie ist die, zunächst rein elektrisch und die Batterie leer zu fahren. Danach schaltet die Elektronik automatisch auf den Verbrennungsmotor um. Eine wirtschaftlich schlechte Entscheidung ist es dann, den Ottomotor zum Laden der Batterie für den Elektromotor zu nutzen, denn dann geht der Spritverbrauch deutlich nach oben. Die Batterie an der Steckdose zu laden, ist günstiger.

Bargendes Fazit: "Im Hybridbetrieb ist es fast unmöglich, den tatsächlichen Verbrauch des Fahrzeugs zu bestimmen. Denn es findet ein permanenter Wechsel der Motoren statt, zudem werden beide Antriebe in Kombination genutzt", sagt der Professor. Das zeigt die Komplexität zukünftiger Antriebssysteme.

Wie weit reicht der Strom?

Um aussagekräftige Ergebnisse zum Verbrauch des Fahrzeuges zu bekommen, haben wir die einfachste Betriebsstrategie gewählt. Zehn Tage stellte Porsche das Auto zu Testzwecken zur Verfügung. In dieser Zeit wurde das Auto abends mit leerer Batterie an eine Haushaltssteckdose im Carport gehängt und vollständig geladen. Das dauert etwa sechs Stunden, der gemessene Stromverbrauch lag bei rund zwölf Kilowattstunden (kWh). Bei einem durchschnittlichen Strompreis in Deutschland von 30 Cent pro kWh kostet das Laden der Batterie 3,60 Euro.

Für diesen Preis könnte man also bis zu 51 Kilometer weit kommen – diese rein elektrische Reichweite gibt Porsche als Normwert an. Hybride mit solchen E-Reichweiten gibt es von verschiedenen Herstellern. Die Streckenangabe ist wichtig, weil wir Deutschen laut Kraftfahrt-Bundesamt durchschnittlich etwa 38 Kilometer pro Tag fahren. Für den Alltag müsste also ein Hybrid mit 50 Kilometer elektrischer Reichweite ausreichen, um ökologisch unterwegs zu sein. Es wäre sogar etwas Puffer übrig, falls man einen kleinen Umweg fahren müsste.

Nur: Tatsächlich schafft der Porsche bei Weitem nicht so viele Kilometer, bis die Batterie leer ist – die theoretische E-Reichweite des Autos liegt deutlich von der tatsächlichen entfernt. Die maximal mögliche Strecke, die der Bordcomputer morgens anzeigte, war immer um die 30 Kilometer. Zu wenig also, um die durchschnittlichen 38 Kilometer zu schaffen. Aber es ist etwas günstiger, die 30 Kilometer elektrisch zu fahren, als sie mit dem Verbrenner zurückzulegen. Wird der Strompreis fürs Laden der Batterie auf 100 Kilometer hochgerechnet, so kommt man auf 12 Euro. 100 Kilometer mit dem Ottomotor zu fahren, kostet bei einem Spritpreis von 1,37 Euro pro Liter Superbenzin und einem Verbrauch von 9,6 Litern auf 100 Kilometern – so viel verbrauchte der Porsche – 13,15 Euro. Der Preisvorteil auf 100 Kilometern liegt demnach bei 1,15 Euro.

Mit einem Hybrid kann man also weit fahren und auf kurzer Strecke zumindest lokal sauber. Diese Antriebstechnologie ersetzt tatsächlich zwei Autos. Der Elektroantrieb aber leidet am selben Problem wie reine Elektroautos: Die Batterie ist zu klein für eine annehmbare E-Reichweite.