Der Dieselmotor sei gerettet, verkündete Bosch-Chef Volkmar Denner sinngemäß Mitte Mai. Es sei ein "Durchbruch" erzielt worden, der den Selbstzünder "emissionsarm und bezahlbar" mache. Um das zu beweisen, hat Bosch seine neue Dieseltechnik in einen VW Golf eingebaut. Das handgefertigte Einzelfahrzeug unterbietet auf der Straße den kommenden Grenzwert von 168 Milligramm Stickoxid pro Kilometer deutlich. Vom 1. September 2019 an müssen alle neu zugelassenen Pkw mit Dieselmotor dieses Limit einhalten.

Während der Zulieferer das bald gesetzlich Verpflichtende als Revolution ankündigt, haben viele Hersteller schon gehandelt: Etliche längst käufliche Autos mit Diesel- und auch Benzinmotor erfüllen die neue Abgasnorm Euro 6d-Temp. Wer sich für einen Neuwagen interessiert, sollte unbedingt darauf achten.

Für den Laien können die komplizierten Einführungsfristen verwirrend erscheinen. Dennoch lohnt sich die Mühe, um nicht versehentlich ein Auto zu kaufen, das morgen schon veraltet ist. Für Pkw mit Benzinmotor ist der entscheidende Stichtag bereits der 1. September 2018. Ab diesem Erstzulassungsdatum – Achtung, der Verkaufstag ist nicht relevant – bekommen praktisch alle Direkteinspritzer einen Partikelfilter, wie ihn Dieselantriebe seit Jahren haben.

Viele Benziner werden einen Partikelfilter brauchen

Beispiel Volkswagen: Sämtliche TSI-Neuwagen erhalten in Kürze einen solchen Filter. Nicht betroffen sind traditionelle Saugrohreinspritzer, die in den Basismotoren von Up und Polo eingebaut werden. Diese Antriebe produzieren prinzipbedingt keine Partikel und benötigen darum auch keine zusätzliche Reinigung.

Das gilt auch für die Hybridantriebe von Toyota. Sie kombinieren einen Elektromotor mit einem traditionellen Benziner ohne Direkteinspritzung, der Partikelfilter ist also überflüssig. Die Stickoxide werden über den Drei-Wege-Katalysator unschädlich gemacht, und der Verbrauch sowie die CO2-Emissionen sind wegen der Rückgewinnung der Bremsenergie gering. Es ist wenig verwunderlich, dass die Absatzzahlen des japanischen Herstellers steigen.

Um sicherzugehen, dass man schon jetzt ein relativ umweltschonendes Auto nach Euro 6d-Temp erwirbt, sollten potenzielle Kunden auf die gut gepflegte Positivliste des ADAC blicken. Der Automobilclub führt hier alle Motorenvarianten detailliert auf, die die neue Abgasnorm erfüllen – sowohl mit Superbenzin als auch mit Diesel als Kraftstoff. Was auffällt: Von den Marken des Volkswagen-Konzerns – Audi über Škoda bis Volkswagen – sind nur sehr wenige Modelle auf der Liste zu finden.