Porsche muss den Verkauf von Neuwagen wegen der Einführung neuer Testreihen bei der Abgasmessung drosseln. "Es kommt vorübergehend zu einem eingeschränkten Angebot", sagte ein Sprecher des Unternehmens in Stuttgart und wies zugleich einen Bericht über einen kompletten Stopp des Neuwagenverkaufs zurück: "Wir stellen den Verkauf von Neuwagen nicht ein."

Dies hatte die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Demnach verkauft Porsche in Europa derzeit gar keine neuen Autos mehr. Der Sportwagenhersteller komme mit der Anpassung an die neuen Abgasnormen nicht hinterher.

Die neuen Normen sollen von September an für alle Neuwagen in der EU gelten. Bei diesen neuen Labormessverfahren wird der sogenannte Neue Europäische Fahrzyklus (NEFZ) durch den international abgestimmten sogenannten Worldwide Harmonized Light-Duty Test Procedure-Zyklus (WLTP-Zyklus) ersetzt. Er soll realistischere Werte beispielsweise für den C02-Ausstoß und Kraftstoffverbrauch liefern, indem er repräsentatives Fahrverhalten besser simuliert.

Um zu überprüfen, ob die Verbrauchswerte ihrer Neuwagen den Anforderungen des neuen Testverfahrens genügen, müssen die Hersteller die Autos auf sogenannten Rollenprüfständen messen. Laut eines Berichts der Branchenzeitung Automobilwoche kommt es bei diesen Prüfständen derzeit aber zu Engpässen. Als Folge sind derzeit mehr als die Hälfte der Fahrzeugtypen nicht oder nur eingeschränkt bestellbar. Bei diesen Zahlen beruft sich die Zeitung auf Analysen des Neuwagenportals Carwow von Anfang der Woche.

Tatsächlich hatte VW-Chef Herbert Diess bereits Anfang Mai vor Produktionseinschränkungen und Verzögerungen bei der Auslieferung von Neuwagen in den kommenden Monaten gewarnt. Unter "ungünstigen Umständen" sei es möglich, dass einzelne Modelle temporär nicht verfügbar seien, hatte Diess gesagt.

Auch BMW hatte kürzlich bekannt gegeben, dass die Umstellung auf WLTP nicht reibungslos verläuft. So stoppte der Konzern vorübergehend die Produktion mehrerer Modelle mit Benzinmotoren für den europäischen Markt, um sie für die neuen EU-Verbrauchsmessungen auszurüsten. Das Modell des 7er BMW soll als Benziner in Europa sogar ein Jahr lang komplett aus dem Angebot genommen werden.