Der frühere Automanager Wolfgang Hatz kommt aus der Untersuchungshaft frei. Dies teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München mit und bestätigte damit einen Bericht der Süddeutschen Zeitung. Laut der Anklagebehörde hat das Oberlandesgericht München eine Kaution von drei Millionen Euro und ein Kontaktverbot mit anderen Verfahrensbeteiligten festgelegt. Sobald das Geld eingeht, wird der Haftbefehl gegen Hatz außer Vollzug gesetzt, sagte der Sprecher.

Hatz, der die Motorenentwicklung bei Audi und im gesamten VW-Konzern verantwortet hatte und als ein enger Vertrauter des früheren VW-Chefs Martin Winterkorn gilt, soll maßgeblich in den Dieselskandal verwickelt sein. Die Ermittler der Staatsanwaltschaft München II werfen dem 59-Jährigen unter anderem Betrug beim Verkauf von Hunderttausenden Dieselautos mit manipulierter Abgasreinigung auf dem europäischen Markt vor. Ende September war er wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft gekommen. Seine Beschwerde dagegen vor dem Bundesverfassungsgericht war erfolglos. 

Wie sein Anwalt Peter Gauweiler mitteilte, muss Hatz nicht nur drei Millionen Euro Kaution hinterlegen, sondern auch seinen Ausweis abgeben. Der Manager darf Deutschland also nicht verlassen und auch keinen Kontakt zu anderen Zeugen oder Beschuldigten aufnehmen.

Wegen des Vorwurfs des Betrugs sitzt auch der beurlaubte Audi-Chef Rupert Stadler in Untersuchungshaft. Er war vor gut einer Woche verhaftet worden, weil er Zeugen beeinflusst haben soll. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll er zunächst auch in Untersuchungshaft bleiben. Die Vernehmung des inzwischen beurlaubten Audi-Chefs soll demnach in der kommenden Woche fortgesetzt werden.