Der vor drei Monaten bei einer Razzia festgenommene Porsche-Manager kommt aus der Untersuchungshaft frei. Das Amtsgericht habe den Haftbefehl außer Vollzug gesetzt, der Manager könne das Gefängnis noch am Montag verlassen, sagte ein Gerichtssprecher.

Die Staatsanwaltschaft ergänzte, die Ermittlungen seien so weit fortgeschritten, dass eine Entlassung aus der U-Haft unter Auflagen vertretbar sei. Die Behörde selbst hatte den Antrag gestellt, die Verteidigung hatte ihre Haftbeschwerde zurückgenommen. Der Manager müsse aber seinen Ausweis sowie seinen Reisepass abgeben und dürfe das Land nicht verlassen. Zudem dürfe er vorerst keinen Kontakt zu anderen Beschuldigten in den Dieselverfahren gegen Porsche und Audi sowie auch nicht zu Zeugen oder potenziellen Zeugen aufnehmen.

Die Behörden hatten ihn nach einer Durchsuchungsaktion bei Porsche festgenommen. Seither saß der Manager wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft. Ermittler hatten damals mehrere Standorte des Autoherstellers durchsucht, darunter auch den Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen, und Unterlagen sichergestellt.

Mit Rupert Stadler sitzt noch ein Manager in U-Haft

Bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft geht es um den Verdacht des Betrugs und der strafbaren Werbung. Hintergrund sind mögliche Manipulationen der Abgaswerte von Dieselautos. Porsche musste wegen einer illegalen Abschalteinrichtung bereits Zehntausende Fahrzeuge zurückrufen. 

Die strafrechtlichen Ermittlungen richten sich gegen insgesamt drei Beschuldigte. Neben dem inhaftierten Manager hat die Justiz einen amtierenden Vorstand der Porsche AG sowie einen ehemaligen Mitarbeiter im Visier. Porsche weist die Vorwürfe zurück.

Derzeit sitzt mit Audi-Vorstandschef Rupert Stadler noch ein hochrangiger Automanager in Untersuchungshaft. Ein ehemaliger Audi-Motorenentwickler war vor rund einem Monat entlassen worden, einer seiner früheren Mitarbeiter bereits im November 2017.