Reisende bekommen bei stundenlanger Verspätung ihre Entschädigung von der Airline, bei der sie ihren Flug gebucht haben – auch wenn der Flieger samt Besatzung zu einer anderen Gesellschaft gehört. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden. Die finanzielle Verantwortung bei Annullierung oder langer Verspätung trage die Gesellschaft, die einen Flug ansetzt, urteilten die Richter. Die vermietende Fluggesellschaft ist demnach nicht zu einer Entschädigungszahlung verpflichtet.

Wenn ein Flug annulliert wird oder sich um mehr als drei Stunden verspätet, steht Passagieren nach EU-Recht eine Entschädigung zu. Im konkreten Fall ist nun TUI fly in der Pflicht: Die Fluggesellschaft hatte den Flieger samt Besatzung von Thomson Airways für einen Flug von Hamburg nach Cancún in Mexiko gemietet, auf dem Flugticket stand "ausgeführt von Thomson Airways". 

Nachdem der Flug mit mehr als dreistündiger Verspätung am Ziel ankam, verlangten mehrere Passagiere Entschädigung nach EU-Recht. TUI fly sah sich zunächst nicht in der Verantwortung. Das Landgericht Hamburg hatte den Fall dem EuGH vorgelegt und wollte wissen, welche Airline in einem solchen Fall als ausführendes Luftfahrtunternehmen im Sinne der EU-Regeln gilt – und somit die Entschädigung zahlen muss.