Das Bundesverkehrsministerium von Andreas Scheuer (CSU) lehnt eine technische Nachrüstung von älteren Dieselmodellen weiterhin ab. In einer Berechnung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, präsentiert das Ministerium Zahlen, die diese Haltung unterstützen sollen. 

Durch Updates von eingebauter Software könnte der Aufstellung des Ministeriums zufolge bei 6,3 Millionen Fahrzeugen der Ausstoß gesundheitsgefährdender Stickoxide verringert werden. Ein technischer Umbau hingegen sei nur bei etwa zwei Millionen Wagen überhaupt möglich.

Die Vorarbeiten für eine Hardware-Nachrüstung der Abgasreinigung direkt am Motor würden mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen, weshalb überhaupt erst im Jahr 2020 mit umfassenden Nachrüstungen begonnen werden könne.

Allerdings verringert sich der Stickoxidausstoß nach der Berechnung des Verkehrsministeriums bei einer technischen Nachrüstung um 65 Prozent, bei einem Software-Update hingegen nur um durchschnittlich 30 Prozent. Bei rund 6,3 Millionen Autos mit einer durchschnittlichen NOx-Emission von 750 Milligramm pro Kilometer könne ein Update – summiert auf die Fahrtleistung aller umgerüsteten Fahrzeuge – zu einer Stickoxidverringerung von 1.417 Tonnen pro Kilometer führen. Außerdem seien bereits 3,2 Millionen Diesel umgerüstet worden, 2019 könne dieser Prozess abgeschlossen werden.

Ein technischer Umbau zur Minimierung des Schadstoffausstoßes komme nur für ein Drittel aller Euro-5-Diesel infrage: Aufgrund des Bauraums erlaubten nicht alle Fahrzeuge eine Umrüstung der Hardware. Die zwei Millionen Autos, die umgebaut werden könnten, würden insgesamt – bei einer Einsparung von 65 Prozent – zu einer Verringerung der Stickoxide von 975 Tonnen pro Kilometer Fahrleistung aller nachgerüsteten Fahrzeuge führen. Und das "auch nur, wenn alle bei einer kostenträchtigen Hardware-Nachrüstung mitmachen", heißt es in der Berechnung des Ministeriums.

Dieser Argumentation folgend habe die Hardware-Nachrüstung eine um 32 Prozent geringere Wirksamkeit als eine Software-Umrüstung.