Der Autohersteller Volkswagen will die Zahl der Elektro- und Hybridautos in der eigenen Dienstwagenflotte in den kommenden Jahren deutlich erhöhen. Schon 2019 solle der Anteil elektrifizierter Modelle unter den insgesamt rund 20.000 Firmenwagen mehr als zehn Prozent betragen, teilte Volkswagen mit, und im darauffolgenden Jahr noch einmal deutlich steigen. Die Welt am Sonntag (WamS) berichtet, dafür wolle Konzernchef Herbert Diess die Firmenwagen-Regelung ändern lassen.

Hintergrund ist der Kampf um niedrigere Kohlendioxid-Grenzwerte. Diess habe vor Managern in Wolfsburg kritisiert, es dürfe nicht sein, Kunden den Kauf sparsamer, sauberer Autos ans Herz zu legen und selbst schwere, PS-starke Geländewagen zu fahren, schreibt die WamS.  

Volkswagen teilte mit, detaillierte Pläne für eine neue Dienstwagenregelung würden gegenwärtig ausgearbeitet und sollten "in den nächsten Wochen und Monaten" in den Gremien beraten werden. Ziel sei es, die neuen Regeln von der zweiten Jahreshälfte 2019 an mit Plug-in-Hybriden und reinen Elektroautos umzusetzen. Wenn Anfang 2020 das erste Fahrzeug der komplett elektrischen VW-ID-Modellreihe auf den Markt komme, solle der Anteil der Elektrofahrzeuge unter den Dienstwagen noch einmal deutlich steigen. Dem Unternehmen zufolge soll die Dienstwageninitiative einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die gesetzlichen CO2-Ziele für 2020 zu erreichen.

Bisher kaum E-Autos unter den Dienstwagen

Die EU-Grenzwerte für den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) schreiben den Herstellern vor, dass ihre Autos ab 2020 im Mittel nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfen. Die Marke VW kam im ersten Halbjahr laut Welt am Sonntag auf 118 Gramm CO2, das sei nur ein Gramm weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der CO2-Ausstoß der Dienstwagen aber sei sogar gestiegen, und zwar im Jahr 2017 auf 130 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer. "Die bisherige Dienstwagenregelung bei Volkswagen ist so ausgelegt, dass die Mitarbeiter motiviert sind, ein möglichst großes, PS-starkes Firmenauto zu fahren", schreibt die Zeitung. 

Dem Bericht zufolge liegt der Anteil von E-Autos und Hybridmodellen an der Firmenwagenflotte von Volkswagen derzeit im Promillebereich. Zu den diskutierten Ideen zähle ein Bonus-Malus-System – wer einen Stromer fährt, könnte demnach eine Prämie bekommen, wer am starken Verbrenner festhält, solle bezahlen. VW-Chef Diess sei allerdings klar, dass er sich erheblichen Unmut im Unternehmen zuziehen könne, wenn er seinen Mitarbeitern die schnellen und komfortablen Dienstautos streiche. "Naturgemäß gibt es in Autokonzernen besonders viele Car-Guys."