Die Deutsche Bahn lässt nach dem Brand eines ICE 3 alle 60 Züge dieser Baureihe überprüfen. Ein Zug nach dem anderen soll in die Werkstätten fahren und werde dann für 48 Stunden durchgecheckt, teilte das Unternehmen mit.

"Nach den ICE 3 werden auch die älteren Baureihen beim Sondercheck auf Vordermann gebracht. Ausfälle soll es aber nicht geben, weil die Züge nacheinander in die Werke rollen", so die Bahn.

"Über weitergehende Maßnahmen, die nach dem Brand eventuell notwendig sind, entscheiden wir in Abstimmung mit den Behörden nach Abschluss der Ermittlungen", so DB-Personenverkehrsvorstand Berthold Huber.

Die Untersuchungen zur Ursache des Brandes vor etwas mehr als einer Woche laufen noch. In dem ICE war auf der Schnellstrecke Frankfurt-Köln bei Dierdorf in Rheinland-Pfalz ein Feuer ausgebrochen.

Trafo zerborsten?

Zur Brandursache gibt es noch keine offizielle Aussage. Dazu könne sich das Unternehmen erst nach Abschluss der Ermittlungen äußern. Nach Informationen der Bild am Sonntag ist einer der beiden Transformatoren des Zuges zerborsten. Weil diese mit Öl gekühlt würden, habe sich das Feuer schnell ausbreiten können.

Die Strecke zwischen Köln und Frankfurt, auf der der Zug brannte, ist seit Samstag zumindest teilweise wieder befahrbar. Dazu wurde das weniger beschädigte der beiden Gleise instand gesetzt. Auf dem betroffenen Gleisabschnitt werde vorerst mit reduzierter Geschwindigkeit gefahren, teilte die Bahn mit. Pro Richtung fahren außerdem nur pro Stunde zwei ICE-Züge. Sie halten aber nicht in Montabaur und Limburg Süd; am Bahnhof Siegburg/Bonn stoppen nur manche Züge. Die Bahn rief Reisende dazu auf, sich im Internet oder per Bahn-App über die aktuellen Einschränkungen zu informieren.

Das stärker beschädigte Gleis muss komplett saniert werden. Wann es wieder benutzt werden kann, blieb unklar. Die Planungen und Vorarbeiten dazu liefen "weiter auf Hochtouren", teilte die Bahn mit.