Wegen eines konkreten Betrugsverdachts im Zusammenhang mit Dieselautos hat die Polizei Geschäftsräume des Autobauers Opel durchsucht. Beteiligt an den Durchsuchungen waren sieben Beamte der Staatsanwaltschaft sowie rund drei Dutzend Polizisten. Wie die Bild-Zeitung berichtet, geht es um 95.000 Dieselfahrzeuge mit möglicherweise unzulässig beeinflusster Software.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) habe Strafanzeige erstattet, daraufhin habe die Staatsanwaltschaft ein Verfahren eröffnet. Derzeit richte es sich gegen Unbekannt, nicht gegen bestimmte Verantwortliche. Die Auswertung werde nun "eine ganze Weile dauern".

Im Juli hatte das Bundesverkehrsministerium in Berlin "eine amtliche Anhörung gegen Opel" wegen drei Fahrzeugmodellen bestätigt. Berichten zufolge soll der Grund ein Verdacht von Manipulationen bei der Abgasreinigung gewesen sein – wie bereits bei anderen Autoherstellern, allen voran des VW-Konzerns, auch.

Opel sollte sich demnach zur Funktionsweise einer Abschalteinrichtung äußern. Mit einer solchen Funktion kann die Reinigung von Abgasen in bestimmten Fahrsituationen oder -bedingungen wie etwa niedrigeren Temperaturen oder Drehzahlen verringert werden. "Vor dem Ergebnis dieser Anhörung kann zur Unzulässigkeit der Abschalteinrichtung noch nichts abschließend gesagt werden", hatte ein Ministeriumssprecher damals gesagt.

Die Autoindustrie begründet solche Anschalteinrichtungen mit dem sogenannten Motorschutz vor allem bei Kälte oder Hitze. Bei vielen Modellen gibt es aber Zweifel, ob dies wirklich notwendig ist. Wenn die Abgasreinigung nicht richtig arbeitet, stoßen die Diesel mehr gesundheitsschädliche Stickoxide aus. Da Luftgrenzwerte in vielen Städten überschritten sind, drohen Fahrverbote für Dieselautos. Zuletzt hatte das Verwaltungsgericht in Berlin entschieden, dass in mehreren Straßen Berlins solche Verbote für ältere Dieselfahrzeuge eingeführt werden müssen.