Die Mischung aus Pkw und Transporter war und bleibt eine gute Idee: Ein Auto mit fünf Sitzplätzen und einem geräumigen Gepäckraum statt einem stufigem Heck dahinter, fertig ist der Kombinationskraftwagen. Kurz gesagt: Kombi.

Volvo griff mit dem wuchtigen Duett in den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts das Konzept auf. Schon damals hatte der schwedische Autobauer vor allem Familien im Blick. Auch sein neuester Wurf ist wieder ein Kombi: der V60, immerhin 4,76 Meter lang.

Keine Frage – Volvo hält dem Kombi die Treue. Dabei räubert das SUV derweil überall und in allen Segmenten: Auch bei der klassischen Kombi-Marke Volvo entfallen weit über die Hälfte der Verkäufe mittlerweile auf die Offroad-Modelle, die mit dem Kürzel XC beginnen. Die beiden entsprechenden Typen, XC60 und XC90, belegen die ersten beiden Plätze der Absatzstatistik. Erst auf Platz drei folgt mit dem V40 ein typischer Kombi. Doch auch er dürfte, damit rechnen die Schweden fest, bald von ihrem neuen Kompakt-SUV XC40 aus den Top Three verdrängt werden.

Trotzdem finden die Kombi-Modelle nach wie vor genug Käufer. Besonders in einigen europäischen Ländern wie Deutschland oder Großbritannien, während in USA und China, Sitz der Konzernmutter Geely, eher die klassischen Limousinen gefragt sind.

 "Viele unserer Kunden schätzen nach wie vor den klassischen Kombi", sagt Volvos Entwicklungsingenieur Stiegler, "und das sind vor allem jene, die viel fahren."

Wendiger und häufig günstiger

Das hat ökonomische wie ökologische Gründe: Denn für Vielfahrerinnen und Vielfahrer gerät der niedrigere Verbrauch eines Kombis zum schlagenden Argument. Zwei, drei Liter weniger Sprit als bei einem SUV auf 100 Kilometer verbrennt ein vergleichbarer Kombi. Außerdem kann man in dieser Klasse durchaus zu einem modernen, sparsamen Benziner greifen; bei einem schwereren SUV ist man, zumindest in Europa, meist auf den umstrittenen Dieselantrieb angewiesen.

Auch wer oft mit Familie unterwegs ist und das Gepäckproblem per Dachbox löst, fährt lieber Kombi. Bei einem SUV ist das Beladen in zwei Metern Höhe deutlich unbequemer, dazu steigt der Verbrauch dann noch mal kräftig an. Last, but not least kurvt ein Kombi dank des niedrigen Schwerpunktes immer noch ein Stück wendiger durch die Gegend.

Außerdem bietet ein Kombinationskraftwaren ordentlich Platz, das zeigt der V60: Der Gepäckraum steht dem der SUV in nichts nach. Vier bis fünf Leute reisen hier bequem in den Urlaub. Benzin- wie Dieselmotoren überzeugen durch Laufruhe; die Hybridvariante, die Volvos Versprechen der durchgehenden Elektrifizierung einlöst, soll demnächst folgen.

Die schwedische Marke bleibt also eine gute Wahl für SUV-Verächter. Aber auch andere Hersteller setzen weiter auf den Kombi, die deutschen allemal. Der VW Passat ist ohne große Heckklappe kaum vorstellbar, sie bringt bei Weitem die Mehrzahl der Verkäufe. Mercedes E-Klasse, BMW 3er und Audi A4: alle als Kombi überaus beliebt und eine viel georderte Alternative zu den jeweiligen SUV.

Was natürlich auch am Dienstwagensystem liegt, das die meisten dieser Modelle aufsaugt. Viele Fuhrparkverordnungen schließen die wuchtigen und durstigen Offroader grundsätzlich aus – SUV-Trend hin oder her.