Der Sportwagenhersteller Porsche muss einem Bericht zufolge erstmals ein manipuliertes Dieselfahrzeug zurücknehmen und Schadensersatz zahlen. Das Landgericht Stuttgart habe als erstes Gericht der Klage einer Kundin gegen die Porsche AG stattgegeben, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Demnach müsse der Autobauer einen vier Jahre alten Porsche Cayenne gegen Zahlung von knapp 60.000 Euro plus Zinsen zurücknehmen.

Die Porsche AG bestätigte das Urteil, bezeichnete es jedoch als rechtsfehlerhaft. Man werde deshalb in Berufung gehen und erwarte, dass das Oberlandesgericht die Entscheidung korrigieren werde.

Die Richter des Landgerichts hatten ihr Urteil laut FAZ damit begründet, dass in dem Fahrzeug ein Motor mit unzulässiger Abschalteinrichtung verbaut wurde. Dieses Vorgehen sei sittenwidrig. Die Porsche AG habe vorsätzlich gehandelt und eine Schädigung zahlreicher Kunden in Kauf genommen.

Die VW-Tochter wies dem Bericht zufolge darauf hin, dass seit Herbst 2017 bei den eigenen Dieselfahrzeugen ein Software-Update laufe. In Deutschland sei der überwiegende Teil der betroffenen Fahrzeuge umgerüstet, uneingeschränkt fahrbereit und technisch sicher. Deshalb sehe die Porsche AG keinen Anlass für Schadenersatzansprüche. An anderen Landgerichten seien diese bisher abgewiesen worden.

Im VW-Konzern gab es bereits bei verschiedenen Marken Urteile in erster Instanz zugunsten der Kundinnen und Kunden, die ihre Dieselwagen zurückgeben wollten. Gegen solche Entscheidungen werde prinzipiell Berufung eingelegt, teilte laut Bericht ein VW-Sprecher mit. Etwa ein Dutzend Klagen seien vor Oberlandesgerichten mittlerweile zurückgewiesen worden. Die ersten von diesen sollen voraussichtlich Anfang nächsten Jahres vor dem Bundesgerichtshof verhandelt werden.