Seit einigen Jahren erleben wir eine Flut elektrisch angetriebener Zweiräder. Eigentlich erlaubt die Antriebstechnik für emissionsfreies Fahren viele Freiheiten beim Design. Doch das Gros der Elektroroller nutzt sie nicht und orientiert sich am klassischen Rollerformat. In den meisten Fällen mag das nett aussehen – es wirkt aber nur selten anziehend. Seit kurzer Zeit kommt aber auch beim Design manches in Bewegung. Wir stellen fünf coole Alternativen zum biederen E-Roller vor.

1. Ujet

Obwohl ihn eine typische Roller-Aura umgibt, handelt es sich beim Ujet zugleich um ein futuristisch wirkendes Gefährt. Das verdankt das ab Anfang 2019 in Deutschland erhältliche Zweirad vor allem besonderer technischer Lösungen: Auffällig sind die nabenlosen Orbitalräder vorne und hinten mit innen umfassten Bremsscheiben und Einarmschwinge. Eine weitere Besonderheit: Das mit kleiner Batterie nur 40 Kilogramm leichte Zweirad kann gefaltet werden, was ein platzsparendes Parken erlaubt.

Der Ujet sieht futuristischer als normale Roller aus. © Ujet

Angetrieben wird der Roller von einem 4 kW (5,5 PS) starken E-Motor, der in die Hinterradnabe integriert ist. Er beschleunigt den Ujet bis maximal 45 km/h. Je nach gewählter Batteriegröße sollen 70 oder 150 Kilometer Reichweite möglich sein. Das Heck mit Batterie und Sitzbank lässt sich abnehmen und wie ein Trolley zur nächsten Steckdose transportieren.

Der Ujet ist zudem mit Konnektivitätstechnik gerüstet: Er hat eine 3G-SIM-Karte, GPS, Wi-Fi und Bluetooth. Mit einer speziellen Smartphone-App lässt sich der Roller freischalten. Das Cockpit bietet ein großes TFT-Display, das nicht nur die fahrrelevanten Informationen anzeigt. Zusammen mit speziellen Bedientasten am Lenker erlaubt das Display außerdem die Nutzung von Navigation, Musikstreaming, Telefon und einer in der Front montierten HD-Kamera. Die Technik hat allerdings ihren Preis: Mit 8.690 Euro ist der Ujet ein vergleichsweise teurer Newcomer.

2. Pocket Rocket

Ebenfalls kein Schnäppchen wird das in Deutschland entwickelte Pocket Rocket von Sol Motors sein. Das Design beeindruckt vor allem durch Schlichtheit. Zentrales Element ist ein dickes horizontales Rohr, auf dessen Oberseite sich der Sitz befindet, während die Enden vorne und hinten jeweils Vorder- und Rücklicht integrieren. Zentral unterhalb des Oberrohrs verläuft v-förmig ein dünneres Rohr, das die Fußrasten aufnimmt und als Anlenkpunkt für die Hinterradführung dient.

Im zentralen Rohr steckt unter anderem die Batterie, die einen Radnabenmotor im Hinterrad mit Strom versorgt. Das Pocket Rocket soll es laut Hersteller in zwei Leistungsstufen geben: mit 4 oder 6 kW, was 6 beziehungsweise 8,5 PS entspricht. Beeindruckend sind dabei die zugesagten 150 Newtonmeter Drehmoment. Die schwächere Variante fährt bis zu 45 km/h schnell und ist entsprechend der 50er-Klasse zugeordnet, die stärkere Version ist ein Leichtkraftrad mit 80 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Den offiziellen Marktstart plant Sol Motors im Frühjahr 2019. Zunächst ist eine Kleinserie von 100 Exemplaren allein für den deutschen Markt geplant. Zurzeit kann man sich den Zuschlag für eines dieser Fahrzeuge bei einer Aktion auf der Crowdfunding-Website indiegogo.com sichern, und zwar zu vergünstigten Konditionen: Die 4-kW-Version kostet 4.500 statt 6.240 Euro, die 6-kW-Variante gibt es für 5.650 statt 7.800 Euro.