Bei neuen Lastwagen in der Europäischen Union soll der Ausstoß des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid (CO2) noch stärker sinken als bisher geplant. Das EU-Parlament stimmte dafür, dass sich die Abgase bis 2025 um 20 Prozent im Vergleich zu 2019 reduzieren sollen. Bis 2030 sollen die Emissionen 35 Prozent niedriger sein. Die EU-Kommission hatte für die erste Stufe eine Reduktion um 15 Prozent und bis 2030 um 30 Prozent vorgeschlagen.

Die EU will mit schadstoffärmeren Nutzfahrzeugen wie auch Autos die Klimaziele erreichen, die das Abkommen von Paris vorsieht. "Wir müssen etwas gegen die wachsenden CO2-Emissionen von schweren Nutzfahrzeugen tun", erklärte EU-Energie- und Klimakommissar Miguel Arias Canete. Bei Verstößen sollen unter anderem Geldstrafen drohen.

Während bei Pkw schon länger der CO2-Ausstoß sinken muss, sollen für Nutzfahrzeuge erstmals solche Vorgaben eingeführt werden. Umweltschützer hatten das schon länger gefordert. Die Industrie dagegen warnte, die EU-Vorgaben seien zu strikt. Die Vorschriften gefährdeten die Wettbewerbsfähigkeit der Branche und damit auch Arbeitsplätze.

Die EU-Mitgliedstaaten müssen ihre Position zu dem Gesetzentwurf noch abstimmen, dann können Parlament und Rat über die Klimaschutzvorschriften abschließend verhandeln. Beim Treffen der EU-Umweltminister am 20. Dezember werden schwierige Verhandlungen erwartet, falls die Heimatländer der Lkw-Hersteller – Deutschland, Frankreich und Italien – den Bedenken der Branche Gehör schenken.