Der Plug-in-Hybrid könnte die Lösung aller Probleme der Elektromobilität sein. Sein E-Motor bietet zumindest lokal emissionsfreie Fahrt auf der Kurzstrecke, und auf langer Distanz nimmt der Verbrennungsmotor den Insassen die Reichweitenangst. Darum hatten es die Autohersteller eigentlich gut gemeint, als sie den Plug-in-Hybrid als unverzichtbare Brückentechnologie bewarben: Solange die Batterien für reine Elektroautos noch zu teuer seien, um hohe Reichweiten zu ermöglichen, könne der zusätzliche Verbrenner für die vom Kunden gewohnte und gewünschte Fernreisetauglichkeit sorgen.

Eine gute Idee, die aber gleichzeitig bereits das schale Aroma der Kompromisshaftigkeit ausströmte. Denn ein "richtiges" E-Auto, so lässt sich heraushören, ist der Plug-in-Hybrid dann eben doch nicht. Der Steckdosen-Hybrid vereint zudem nicht nur das Beste aus zwei Welten, sondern auch die Nachteile der beiden Antriebskonzepte. Nicht nur deswegen steckt er aktuell in einer Krise.

Gewiss, der Plug-in-Hybrid kann rein elektrisch fahren und umgeht so beispielsweise künftig mögliche Fahrverbote in Innenstädten. Allerdings ist er nur auf vergleichsweise kurzen Strecken – meist um die 50 Kilometer – elektrisch unterwegs, bevor die kleine Traktionsbatterie leer ist. Der E-Motor muss dabei zudem noch den Verbrennungsmotor, seine Nebenaggregate und die ganze Mechanik mitschleppen, auf die ein reines Elektroauto verzichten könnte. Entsprechendes gilt umgekehrt für den Verbrennungsmotor, der bei leerem Akku übernimmt.

Förderung fiel weg

Allerdings kann ein Plug-in-Hybrid aufgrund seiner deutlich kleineren und damit billigeren Batterie günstiger sein, als es ein vergleichbar großes E-Auto wäre. Schnäppchen sind die Plug-in-Modelle aber auch nicht. Preisgünstigstes Angebot ist aktuell der Hyundai Ioniq PHEV mit rund 30.000 Euro. Die meisten anderen Modelle sind deutlich teurer, denn sie basieren auf Luxusautos wie Porsche Panamera, Audi Q7, Mercedes GLE oder Volvo XC90. Bei diesen Fahrzeugen werben die Hersteller vor allem mit den Extra-PS des Elektromotors. Als Öko-Antrieb hat es der Plug-in-Hybrid daher bislang kaum in die öffentliche Wahrnehmung geschafft.

Einem größeren Erfolg der Technik steht allerdings nicht nur die Tatsache im Weg, dass der überwiegende Teil der Plug-in-Hybriden im obersten Preissegment angesiedelt und deshalb für viele Käufer unerreichbar ist. Selbst mit passendem Bankkonto sind zahlreiche Modelle momentan nicht zu haben, darunter vor allem Autos deutscher Hersteller wie VW Passat GTE, Porsche Panamera Hybrid und Mercedes C-Klasse. Sie werden aktuell gar nicht gebaut.

Der wohl wichtigste Grund dafür: Es fehlt an Nachfrage von Kundenseite. Allein in Deutschland gingen die Neuzulassungen von Plug-in-Hybriden im September um 24 Prozent zurück. In Großbritannien, dem mit Abstand größten Einzelmarkt in Europa für solche Fahrzeuge, gab es ein Minus von 14 Prozent. Woran liegt der deutliche Rückgang? Vor allem daran, dass ein Großteil der Plug-in-Hybridmodelle in vielen Ländern Europas derzeit nicht staatlich gefördert wird.