Zunehmend mehr Menschen nutzen Carsharing und fahren Rad, Bus oder Bahn – doch die meisten bevorzugen weiterhin das Auto. Das ist das Ergebnis der Studie Mobilität in Deutschland 2017, die das Institut für angewandte Sozialwissenschaft für das Bundesverkehrsministerium durchgeführt hat. Die sogenannte Verkehrswende sei zwar in Ansätzen sichtbar, aber bei Weitem nicht vollzogen, schreiben die Autoren.

"Insgesamt und vor allem außerhalb der Städte bleibt das Auto, insbesondere bei dem Blick auf die Kilometerleistung, mit großem Abstand Verkehrsträger Nummer eins", heißt es. Dabei bleibt laut Studie ein Pkw an einem mittleren Tag – also nicht an einem Spitzentag wie Samstag, an dem viel gefahren wird – nur etwa 45 Minuten lang in Betrieb. "Das bedeutet, dass Pkw fast immer stehen", ist das Fazit der Studienautoren.

Haushalte, die ein reines Elektroauto besitzen, haben meistens noch andere Wagen mit einem konventionellen Antrieb, also Diesel oder Benziner. Nur ein Viertel der E-Autos sind laut Untersuchung die einzigen Autos im jeweiligen Haushalt. Dabei werden Elektrofahrzeuge intensiv vor allem auf kurzen Strecken genutzt, weniger auf langen Strecken. Insgesamt sind aber ohnehin fast zwei Drittel der Pkw-Fahrten im Alltagsverkehr kürzer als zehn Kilometer. Dies zeige, dass die Bedürfnisse der Alltagsmobilität eigentlich sehr gut kompatibel seien mit der Elektromobilität, sagte Verkehrsstaatssekretär Gerhard Schulz. Dennoch gehe es in der E-Mobilität nicht schnell genug voran.

Anteil der SUV verdoppelt

Die Anzahl der Autos stieg insgesamt in den vergangenen Jahren auf mittlerweile rund 43 Millionen Fahrzeuge in privaten Haushalten. Anders als bei der letzten Studie dieser Art 2008 komme damit mehr als ein Auto auf jeden Haushalt. Der Anteil wachse insbesondere in ostdeutschen Ländern und in den ländlichen Regionen. Außerdem wächst die Zahl schwerer Fahrzeuge, die viel verbrauchen. Der Anteil von SUV, Geländewagen und Vans hätte sich in den befragten Haushalten im Vergleich zu 2008 von etwa zehn auf nun etwa 20 Prozent verdoppelt.

Insgesamt zeigt sich der Studie zufolge ein leichter Rückgang im motorisierten Individualverkehr. Junge Erwachsene in den größeren Städten seien "weniger Auto-orientiert als ihre Altersgenossen" in den vergangenen Jahren, heißt es weiter. Das drücke sich auch darin aus, dass weniger junge Menschen einen Führerschein machen.