Bahnstreik - Deutsche Bahn einigt sich mit EVG auf Tarifvertrag Die Verhandlungen im Tarifstreit zwischen Bahn und Eisenbahnergewerkschaft waren erfolgreich. Martin Seiler, Personalvorstand der Deutschen Bahn, zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. © Foto: Wolfgang Rattay/Reuters

Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft EVG haben im Tarifstreit eine Lösung gefunden. Wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtete, einigten sich die Parteien auf einen Vertrag mit längeren Laufzeiten. Gleichzeitig sei ein Wahlmodell für diejenigen gefunden worden, die lieber mehr Urlaub wollten. 

Im Detail umfasst die Einigung zwischen der Bahn AG und der EVG eine zweistufige Lohnerhöhung von insgesamt 6,1 Prozent: Zum 1. Juli 2019 sollen die Löhne der Beschäftigten nach Angaben der EVG um 3,5 Prozent steigen, ein Jahr später noch einmal um 2,6 Prozent. Zudem erhielten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Februar eine Einmalzahlung in Höhe von 1.000 Euro. Die neuen Tarifverträge gelten rückwirkend vom 1. Oktober 2018 bis zum 28. Februar 2021 und haben damit eine Laufzeit von 29 Monaten.

Die Verhandlungsführerin der EVG, Regina Rusch-Ziemba, bezeichnete das Ergebnis der Gespräche als "Erfolg auf ganzer Linie". Die EVG habe in sehr schwierigen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn sämtliche 37 Forderungen durchgesetzt. Auch Martin Seiler, der Personalvorstand der Bahn, äußerte sich positiv über die Einigung: "Der Abschluss ist ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung für unsere Belegschaft und ein großer Schritt in eine noch modernere Tarif- und Arbeitswelt."

Weitere Warnstreiks der EVG sind damit abgewendet. Am vergangenen Montagmorgen hatte die EVG vier Stunden gestreikt und große Teile des Zugverkehrs in Deutschland unterbrochen. Mehrere Millionen Menschen, darunter viele Berufspendler, waren betroffen. Die EVG vertritt rund 160.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn.

Die Verhandlungen der Bahn mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) waren am Freitag allerdings gescheitert. Ein Streik sei hier jedoch erst nach einem Schlichtungsverfahren möglich. Allerdings drohte der GDL-Chef Claus Weselsky mit dem Aufruf zum Abbau von Überstunden, was streikähnliche Folgen hätte. Bis zum Jahresende würden aber keine Arbeitskampfmaßnahmen seitens der Lokführer unternommen werden, versprach Weselsky laut dem Bericht des BR.