Die Deutsche Bahn hat Anstrengungen zur Verbesserung der Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr versprochen. Dort sei die Bahn weit von ihren Zielen entfernt. "Das ist absolut unbefriedigend", sagte Bahnsprecher Achim Stauß im Bayerischen Rundfunk und reagierte damit auf eine neue Umfrage unter Kunden, nach der die Pünktlichkeit das "größte Qualitätsproblem" des Konzerns ist.

Wie die Bahn einen Tag zuvor selbst mitteilte, sind ihre Fernzüge im vergangenen Monat wieder häufiger verspätet gewesen. Die Pünktlichkeitsquote lag demnach im November bei 70,4 Prozent. Im Oktober waren es 71,8 Prozent, im September 72,7 Prozent.

Der Ansporn des Unternehmens sei groß, solche Verspätungen zu vermeiden, sagte Stauß, erteilte einem anderen Anliegen der Befragten allerdings eine Absage: Schnellere und einfachere Entschädigungszahlungen werde es nicht geben. Der Bahn-Sprecher meinte, die Kunden hätten doch vielmehr "Anspruch auf pünktliche Züge" und nicht zuvorderst Interesse daran, Geld zurückzubekommen.

Am vergangenen Dienstag hatte der Verkehrsclub Deutschland (VCD) die Ergebnisse seines jüngsten Bahntests – ausgeführt vom Marktforschungsinstitut Quotas – veröffentlicht. Neben den vielen Verspätungen und den in ihren Augen zu hohen Preisen beklagen die insgesamt 560 Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer den Modus der Entschädigungszahlungen der Bahn. Diese wünscht sich die Mehrheit schon bei kürzeren Verspätungszeiten als derzeit vorgesehen.

Nach geltendem Recht wird eine Erstattung erst ab 60 Minuten Verspätung fällig. Beträgt die Verspätung mehr als zwei Stunden, gibt es die Hälfte des Fahrpreises zurück. Laut der Umfrage sprach sich knapp die Hälfte von Nutzern des Fernverkehrs dafür aus, dass die Deutsche Bahn ein Viertel des Fahrpreises ab 30 Minuten Verspätung erstatten muss. 40 Prozent sind dafür, dass es die Hälfte des Geldes bereits zurückgibt, wenn ein Zug eine Stunde zu spät ankommt. Knapp 40 Prozent der Fahrgäste möchten zudem eine einfachere Erstattung ohne Formular, sondern über ihre Handy-App.

Überhaupt schätzen die Kunden die zunehmende Digitalisierung im Zug und bei der Buchung einer Bahnreise. 59 Prozent gaben an, die lokalen Netzwerke (WLAN) im Zug hätten sich verbessert, 48 Prozent registrierten auch besseren Empfang für Mobiltelefonate und Internet im Zug. 56 Prozent vermerkten positive Entwicklungen bei den Möglichkeiten, Tickets zu buchen sowie bei der Onlinebenachrichtigung der Fahrgäste.

Für die Umfrage haben die Meinungsforscher von Quotas im Oktober Bahnkunden online befragt. Aus einer Gruppe von 4.500 bundesweiten Teilnehmern wurden jene ausgewählt, die in den sechs Monaten zuvor mit einem Fernzug unterwegs waren. 560 Personen füllten den Fragebogen aus. Die Ergebnisse seien so gewichtet worden, dass sie entsprechend repräsentativ seien, hieß es.