Der neuen Verbraucherklage gegen Volkswagen wegen des Dieselabgasskandals haben sich inzwischen mehr als 81.000 Autokäufer und -käuferinnen angeschlossen. Sie beantragten einen Eintrag ins Klageregister, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mitteilte. Das Interesse, sich an einer Klage gegen VW zu beteiligen, sei offensichtlich sehr groß, sagte vzbv-Chef Klaus Müller. "Wir rechnen damit, dass die Zahl der Anmeldungen weiter steigt."

Seit dem 27. November können sich vom Abgasskandal betroffene Kunden der Musterfeststellungsklage des vzbv und des ADAC gegen den Autohersteller anschließen. Sie müssen sich dazu online beim Bundesamt für Justiz (BfJ) in einem Anmeldeformular ins Klageregister eintragen lassen. Die Möglichkeit besteht noch bis zum Beginn des Prozesses. Mit der Musterfeststellungsklage wollen vzbv und ADAC geklärt wissen, ob den Besitzern der vom Abgasskandal betroffenen Fahrzeuge des Wolfsburger Konzerns Schadenersatzansprüche zustehen. 

Das Gesetz zur Einführung der Musterfeststellungsklage war erst Anfang November in Kraft getreten. Mit der Klageform können Verbraucher ihre Ansprüche einfacher gegen Unternehmen durchsetzen. Klageberechtigt sind Verbände – sie tragen somit das Prozessrisiko. Anschließend trifft ein Gericht grundsätzliche Feststellungsziele über mögliche Verfehlungen eines Unternehmens. Die Verbraucher können sich dann darauf berufen, wenn sie hinterher ihre individuellen Ansprüche selbst einklagen. Ziel des Verfahrens ist es, eine Grundlage für die leichtere Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen zu schaffen.

VW hat die Forderungen zurückgewiesen: Die Autos seien genehmigt, technisch sicher und fahrbereit. Im September 2015 hatte VW Manipulationen an Dieselmotoren einräumen müssen. Vom Pflichtrückruf bei Volkswagen sind 2,5 Millionen Autos betroffen.