Mehrere Stunden nach Ende des Warnstreiks bei der Deutschen Bahn fahren wieder Fernzüge. Dies teilte die Deutsche Bahn mit, warnte ihre Kundinnen und Kunden aber zugleich vor andauernden Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr. Gleichwohl, so heißt es in der Mitteilung des Unternehmens, läuft der Bahnverkehr "nach und nach wieder an". In Ballungsräumen wie etwa in Berlin, München, Hannover und Frankfurt am Main sei der Bahnverkehr "gut gestartet".

Am frühen Morgen hatte die Deutsche Bahn ihren Fernverkehr bundesweit komplett eingestellt und damit auf die angekündigten Warnstreiks der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) reagiert. Betroffen waren demnach alle ICE- und IC-Züge, die bis zum offiziell angekündigten Ende des Ausstands um neun Uhr nicht fahren sollten. Insgesamt waren von dem Warnstreik bundesweit mehr als 1.400 Züge der Deutschen Bahn betroffen, darunter auch Güterzüge.

Von den Auswirkungen der Arbeitsniederlegungen ist laut Unternehmen vor allem der Regionalverkehr in Bayern und Nordrhein-Westfalen stark betroffen, der in den beiden Bundesländern vorübergehend komplett eingestellt wurde. In Baden-Württemberg traf es vor allem Reisende in Mannheim und Karlsruhe, im Norden die Strecke Hamburg–Cuxhaven und Schwerin–Rostock. In Berlin fielen zeitweise alle S-Bahnen aus.

Die Bahn hatte Passagieren empfohlen, ihre Fahrten soweit möglich zu verschieben. Alle für diesen Montag gekauften Tickets behalten ihre Gültigkeit bis einschließlich Sonntag, Zugbindungen sind aufgehoben. Im Fall von Reiseabsagen sollen laut Unternehmen Tickets und Reservierungen erstattet werden. Betroffene Reisende können sich auf dieser Webseite fortlaufend informieren. Zudem bleibe ie kostenfreie Sonderhotline unter der Nummer 08000-996633 bis Mitternacht geschaltet, teilte die Bahn mit.

Hintergrund der Warnstreiks sind die vorerst gescheiterten Tarifverhandlungen zwischen der EVG und der Bahn. Die Gewerkschaft hatte ihre Mitglieder in ganz Deutschland zu dem Ausstand aufgerufen und dabei keinen regionalen Schwerpunkt gesetzt. Am vergangenen Samstag hatten die Arbeitnehmervertreter die Verhandlungen für rund 160.000 Beschäftigte abgebrochen, aus ihrer Sicht war ihnen der Konzern bei der Lohnerhöhung nicht weit genug entgegengekommen.

Am Dienstag will die EVG die Tarifverhandlungen nun fortsetzen.