Auf der Bundesstraße 6 in Laatzen bei Hannover kommt ab Montag das erste Langstreckenradar Deutschlands offiziell zum Einsatz. Das teilte das niedersächsische Innenministerium mit. Über einen Abschnitt von zwei Kilometern Länge ermittelt das Radar demnach die durchschnittliche Geschwindigkeit der Autofahrerinnen und -fahrer, bei Tempoüberschreitungen drohen Strafzettel.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Blitzern, deren Standorte häufig bekannt sind, erfasst die neue Radaranlage das gefahrene Tempo nicht an einer einzigen Stelle. Das Verfahren misst über einen längeren, zumeist unfallträchtigen Abschnitt die Durchschnittsgeschwindigkeit der Fahrer.

So funktioniert die Abschnittsmessung. © Deutscher Verkehrssicherheitsrat

Vier Wochen lang war das Streckenradar, das auch als "Section Control" bezeichnet wird, bereits getestet worden. Die nun beginnende Erprobungsphase soll bis 2020 dauern.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) äußerte sich positiv zur Inbetriebnahme des Langstreckenradars auf der Bundesstraße: "'Section Control' ist ein vielversprechender Ansatz, um die Verkehrssicherheit auf unseren Straßen weiter zu erhöhen. Eine Geschwindigkeitsmessung über einen längeren Streckenabschnitt ist vor allem gerechter für alle Beteiligten als feste Blitzer."

In Belgien, den Niederlanden und Österreich wird diese Technologie seit Jahren genutzt. Dort wird beim Einfahren und Verlassen des kontrollierten Abschnitts jeweils ein Foto des Autos erstellt und mit einem Zeitstempel versehen. In Deutschland gebietet der Datenschutz eine zusätzliche Verschlüsselung der Bilder. Nur im Falle einer Tempoüberschreitung, die durch den Abgleich der Bilder messbar ist, werde ein weiteres, klassisches Blitzerfoto mit dem Gesicht des Fahrenden angefertigt.