Neue Technik für besser verständliche Durchsagen testet die Deutsche Bahn auf zwei Bahnsteigen am Frankfurter Hauptbahnhof. Sechs Monate lang soll sich die Anlage der Berliner Firma Holoplot bewähren, teilte die Bahn mit. Wenn die Fahrgäste zufrieden seien, könne das System an weiteren Bahnhöfen eingesetzt werden, sagte der Konzernbevollmächtigte für das Land Hessen, Klaus Vornhusen.

An den zwei unterirdischen Testbahnsteigen 103 und 104 verkehrt die S-Bahn. Die Strecke unter der City gehört mit rund 50.000 Fahrgästen am Tag zu den am stärksten befahrenen der Bahn bundesweit. Selbst im dichten Berufsverkehr sollen Durchsagen etwa über Verspätungen oder Gleisänderungen dank des neuen Systems künftig besser zu verstehen sein.

Auf den Bahnsteigen wurden dazu an elf Standorten insgesamt 23 softwaregesteuerte neue Audiomodule installiert, teilte die Bahn mit. Der Schall könne damit zentimetergenau gezielt auf bestimmte Zonen gerichtet werden, sodass Durchsagen von anderen Gleisen nicht mehr störten. Der Geräuschpegel soll damit auch insgesamt sinken. Die Kosten des Tests in Höhe von 150.000 Euro tragen zu zwei Dritteln die Bahn und einem Drittel der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV).

Roman Sick von Holoplot sagte, in der auf ein halbes Jahr angelegten Testphase gehe es darum, Probleme zu erkennen und zu beheben: "Wir wollen unterschiedliche Szenarien testen." Bahnhöfe seien "sehr schwierige Umgebungen", es sei dort viel Beton verbaut und es gebe viele Lärmquellen.

Neue Stimme für automatische Durchsagen gesucht

Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt den Audiotest. "Wenn am gegenüberliegenden Gleis gleichzeitig eine Durchsage läuft, versteht man oft nichts mehr", sagt Karl-Peter Naumann von Pro Bahn. Auch Probleme an kleineren Stationen harrten einer Lösung, etwa wenn es Beschwerden von Anwohnern wegen zu lauter Durchsagen gebe, oder bei starkem Wind und Zugdurchfahrten.

In einem aufwendigen Castingverfahren hatte die Bahn vergangenes Jahr eine neue Stimme für die automatischen Durchsagen an den bundesweit insgesamt rund 10.000 Bahnsteiglautsprechern gesucht. Bahn-Mitarbeiter und der Kundenbeirat durften eine Vorauswahl aus Kandidatinnen und Kandidaten treffen, Verständlichkeit war hierbei eines der Hauptkriterien. Das letzte Wort hat nun der Bahn-Vorstand.