Im vergangenen Jahr sind weltweit erstmals mehr als zwei Millionen Elektrofahrzeuge verkauft worden. Die globale Nachfrage nach Elektroautos und elektrisch betriebenen Nutzfahrzeugen sei auf 2,1 Millionen gestiegen, teilte das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach mit. Damit stieg der Marktanteil der E-Fahrzeuge auf 2,4 Prozent aller Neuzulassungen. Im laufenden Jahr rechnet Institutsleiter Stefan Bratzel mit einem weiteren Zuwachs der Verkäufe auf 2,7 Millionen Stück.

Treiber der Entwicklung ist der Studie zufolge weiterhin China. Die Volksrepublik stehe für 60 Prozent der weltweiten Nachfrage, schrieb Bratzel. Gut eine Million E-Autos und 202.000 elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge seien vergangenes Jahr dort verkauft worden, insgesamt 62 Prozent mehr als im Jahr davor. Damit stieg der Marktanteil der E-Fahrzeuge von 2,7 auf 4,5 Prozent. Im laufenden Jahr erwarte er einen weiteren Zuwachs auf 1,6 Millionen E-Fahrzeuge.

Der weltweit zweitgrößte Absatzmarkt – mit weitem Abstand hinter China – sind die USA: Dort stiegen die Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen im vergangenen Jahr um 86 Prozent auf 361.000 Stück. Das neue Tesla Model 3 habe den Ausschlag gegeben, heißt es in der CAM-Studie. Damit erreichen E-Fahrzeuge in den USA inzwischen einen Marktanteil von 2,1 Prozent.

In Europa ist Norwegen weiterhin führend bei E-Fahrzeugen. Dort hat inzwischen fast jedes zweite neu zugelassene Fahrzeug einen Elektromotor, im vergangenen Jahr waren das 73.000 Exemplare. In Deutschland stieg der Absatz vergangenes Jahr um 24 Prozent auf 68.000 E-Fahrzeuge; der Marktanteil erhöhte sich von 1,6 auf 2,0 Prozent. "Insgesamt performt Deutschland im Hinblick auf die E-Mobilität damit im internationalen Vergleich nur unterdurchschnittlich", kommentierte Bratzel. Zum Vergleich: In Schweden lag der Marktanteil 2018 bei 8,1 Prozent, in den Niederlanden bei 6,0 Prozent. In Großbritannien stieg der Absatz auf 60.000 Elektrofahrzeuge, der Marktanteil auf 2,5 Prozent.

Mit der Einführung neuer E-Modelle von Tesla, Audi und Daimler rechnet Bratzel im laufenden Jahr in Deutschland mit 90.000 neu zugelassenen E-Autos, also mit einem Zuwachs um 33 Prozent gegenüber 2018. Ein größerer Sprung sei hierzulande wie auch weltweit erst ab 2020 zu erwarten, weil dann viele Hersteller neue Elektroautos auf den Markt bringen. Außerdem zwingen die EU-Klimavorgaben die Autobauer dann, ihre CO2-Werte mit Elektroautos zu senken. Die Dichte der Ladeinfrastruktur sei allerdings ein kritischer Einflussfaktor.