Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten der Sicherheitsfirmen an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld zu einem Warnstreik am Montagmorgen aufgerufen. Auf beiden Flughäfen könne es zu starken Beeinträchtigungen bei der Abfertigung kommen, sagte ein Sprecher. Die Aktion soll um fünf Uhr beginnen und bis zu vier Stunden dauern. Alle Passagiere sollten sich vor der Anreise bei ihrer Airline zur Lage informieren, teilte die Flughafengesellschaft mit.

Die Aktionen seien ein erstes Warnsignal an die Arbeitgeber, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, sagte ein ver.di-Sprecher. Die Gewerkschaft schließe auch Arbeitskämpfe an anderen deutschen Flughäfen nicht aus. Die Ferienzeiten der einzelnen Bundesländer sollten dabei jedoch berücksichtigt werden.

Bundesweit sind rund 23.000 Menschen in der Flughafensicherheit beschäftigt. Ver.di fordert für sie eine bundesweite Erhöhung des Stundenlohns auf 20 Euro. Ein Angebot des Bundesverbands der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) von Ende Dezember wies die Gewerkschaft als unzureichend zurück. Die Verhandlungen sollen am 23. Januar in Berlin fortgesetzt werden.

Laut ver.di hatte der BDLS eine Entgelterhöhung von lediglich 1,8 bis 2,0 Prozent pro Jahr bei einer zweijährigen Vertragslaufzeit angeboten. Die Lohnanpassung für ostdeutsche Bundesländer solle erst nach fünf Jahren beendet sein. Bislang erhalte ein Beschäftigter, der in Tegel oder Schönefeld in der Passagierkontrolle tätig ist, nach dem regionalen Tarifvertrag 17,12 Euro pro Stunde.

Nach den letzten Gesprächen hatte Rainer Friebertshäuser, Leiter der Tarifkommission auf Arbeitgeberseite, gesagt: "Ver.di will scheinbar keinen Tarifvertrag verhandeln, sondern lieber streiken." Nach seiner Darstellung habe die Gewerkschaft stur an der Forderung nach einem bundesweit einheitlichen Stundenlohn von 20 Euro festgehalten. Das würde in einzelnen Tarifgebieten bis zu 55 Prozent mehr Geld bedeuten. Die Arbeitgeber hätten 2 bis 8,1 Prozent pro Jahr angeboten.