Die Hersteller BMW und Daimler arbeiten künftig beim autonomen Fahren zusammen. Dafür sei eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet worden, teilten die Unternehmen mit. Demnach wollen die beiden Autokonzerne in einem ersten Schritt am selbstständigen Fahren auf Autobahnen und automatisierten Parkfunktionen arbeiten. Beide strebten eine langfristige Kooperation an, um "die nächste Technologiestufe bereits vor Mitte des nächsten Jahrzehnts in der Breite verfügbar zu machen". Die Allianz solle auch für weitere Technologie-Unternehmen und Autohersteller offenstehen.

"Durch die Zusammenführung der großen Kompetenzen unserer beiden Häuser erhöhen wir die Innovationskraft und beschleunigen die Verbreitung dieser Technologie", sagte BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich. Auch Daimler-Forschungschef Ola Källenius sprach sich für die Synergien der Firmen aus München und Stuttgart aus: "Statt individueller Insellösungen geht es uns um ein zuverlässiges Gesamtsystem, das unseren Kunden einen spürbaren Nutzen bringt."

Beide Unternehmen sind mit ihren Entwicklungen zum autonomen Fahren bereits weit fortgeschritten. BMW testet das automatisierte Fahren weltweit mit 70 Fahrzeugen, unter anderem in München. Daimler will dieses Jahr zusammen mit dem Zulieferer Bosch im US-amerikanischen Silicon Valley komplett selbstfahrende Fahrzeuge in Städten auf die Straße bringen.

Beide Konzerne wollen nun zunächst eine Technik für Autos entwickeln, die auf einer Autobahn selbstständig fahren können, aber auch Gaspedal und Lenkrad haben und von einem Menschen gesteuert werden können. Man wolle aber über die Ausdehnung der Zusammenarbeit auf höhere Automatisierungsgrade auf Autobahnen und auch in Städten sprechen. "Das unterstreicht den langfristig und nachhaltig angelegten Charakter der Kooperation hin zu einer skalierbaren Plattform des automatisierten Fahrens", teilten die Konzerne mit.

BMW und Daimler arbeiten auch beim Carsharing zusammen

Alle Fahrzeughersteller investieren Milliarden in die Entwicklung von Autos, die in einigen Jahren computergesteuert ohne Fahrerin oder Fahrer gesteuert werden können. Bislang ist die Google-Tochter Waymo führend auf diesem Gebiet. Durch die Zusammenarbeit wollen BMW und Daimler Kosten sparen – zumal bald gemeinsame Sicherheitsstandards und technische Vorgaben vom Gesetzgeber zu erwarten sind.

BMW und Daimler haben bereits die Fusion ihrer Carsharing-Dienste bekannt gegeben. Beide Konzerne gründeten dafür eine neue Firma, in die sie mehr als eine Milliarde Euro einbringen, um ihre bestehenden Carsharing-, Fahr-, Park- und Ladedienste weiter auszubauen und miteinander zu verbinden. Von der Fusion sind unter anderem die Carsharing-Angebote DriveNow und car2go betroffen, die zusammen auf rund 20.000 Fahrzeuge und rund 4,4 Millionen Kunden weltweit kommen.