BMW und Daimler wollen ihren gemeinsamen Mobilitätsdienstleister mit hohen Investitionen zu einem weltweit führenden Anbieter ausbauen. Wie die beiden Konzerne zum Start der gemeinsamen Firma mitteilten, bringen sie mehr als eine Milliarde Euro ein, um ihre bestehenden Carsharing-, Fahr-, Park- und Ladedienste weiter auszubauen und miteinander zu verbinden.

Insgesamt 14 Marken werden demnach in fünf Joint Ventures zusammengefasst, darunter die Carsharing-Angebote DriveNow und car2go, die zusammen auf rund 20.000 Fahrzeuge und rund 4,4 Millionen Kunden weltweit kommen. Zu der neuen Firma gehören auch die Buchungsplattformen Moovel und ReachNow, die Vermittlungs-Apps MyTaxi, Chauffeur Privé, Clever Taxi und Beat, die Parkplatzdienste ParkNow und Parkmobile sowie die Elektroauto-Ladedienste ChargeNow und Digital Charging Solutions. Angaben der Unternehmen zufolge kommen die Dienste zusammen auf 60 Millionen Kunden.

Ziel ist laut BMW-Chef Harald Krüger, ein weltweit führendes Unternehmen zu schaffen. "Denkbar sind dabei auch Kooperationen mit anderen Anbietern sowie Akquisitionen von Start-ups oder etablierten Playern", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Die beiden Autohersteller wollen wie viele andere weg vom ausschließlichen Verkauf von Fahrzeugen hin zu Dienstleistungen rund um die Mobilität. Damit soll auch technologiegetriebenen Anbietern wie Uber Konkurrenz gemacht werden.

Daimler und BMW hatten den Zusammenschluss bereits im März des vergangenen Jahres angekündigt. Die deutschen Autohersteller wollen damit ein Gegengewicht zu Fahrdienstvermittlern wie Uber schaffen.

Immer mehr Menschen nutzen Carsharing

Der Hauptsitz des neuen Unternehmens wird in Berlin sein. Für die beiden bestehenden Carsharing-Anbieter car2go und DriveNow soll es eine Übergangszeit geben hin zum neuen Namen ShareNow, wie es weiter hieß. Durch den Zusammenschluss sollen in den kommenden Jahren weltweit bis zu 1.000 neue Jobs geschaffen werden, darunter auch in Deutschland.

Carsharing nutzen in Deutschland immer mehr Menschen. Im vergangenen Jahr kamen Anbieter wie DriveNow, car2go oder Flinkster zusammen auf rund 2,46 Millionen Kunden. Das waren nach Angaben des Carsharing-Verband BCS 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Die sogenannten Freefloater, Autos ohne festen Standort in 18 Großstädten, nutzen die meisten Kundinnen und Kunden. Hier wurde ein Plus von rund 15 Prozent auf 1,8 Millionen verzeichnet.

Individualverkehr - Junge Städter nutzen Carsharing als Nahverkehrsmittel Der Berliner Student Dennis Arndt nutzt Carsharing neben den öffentlichen Verkehrsmitteln fast täglich. Viele Orte erreicht er so schneller und bequemer. Doch trotz guter Organisation der Carsharing-Anbieter gibt es auch Nachteile.