Die Deutsche Bahn will ihr Fernverkehrsangebot mit weiteren Zügen ausbauen. In diesem Jahr kämen 15 zusätzliche ICE 4 dazu, sagte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber der Deutschen Presse-Agentur. Zehn neue Doppelstock-Intercitys (IC2) sollen ebenfalls 2019 den Betrieb aufnehmen. Außerdem werden 23 neue Eurocity-Züge bestellt. Bis 2024 sollten insgesamt 200 neue Züge für mehr als sechs Milliarden Euro in die Flotte aufgenommen werden. Daneben werden ältere ICE 1 und ICE 3 generalüberholt.

Damit wolle die Bahn die erfreuliche Tendenz fortschreiben, "dass so viele Menschen wie niemals zuvor mit unseren ICE und IC-Zügen fahren", sagte Huber. Im vergangenen Jahr seien deutlich mehr als 145 Millionen Fahrgäste in den Fernzügen unterwegs gewesen, nach 142 Millionen im Jahr zuvor und 130 Millionen im Jahr 2015. "Bis 2030 werden wir dann in der Lage sein, sogar 200 Millionen Menschen im Fernverkehr zu befördern."

Im Tagesgeschäft steht der Staatskonzern wegen Unpünktlichkeit und Servicemängeln in der Kritik. Im Januar hatte sich die Konzernspitze dreimal mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) getroffen und ein Paket zur Verbesserung der Pünktlichkeit beschlossen. In diesem Jahr will die Bahn rund 22.000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen, nachdem bereits im Vorjahr rund 24.000 rekrutiert wurden.

Die Grünen hatten zuletzt eine Ausweitung des Fernzug-Netzes auf bisher abgekoppelte Großstädte gefordert. "Es ist Gift für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, wenn Großstädte und ganze Regionen buchstäblich vom Fernverkehr abgehängt werden", sagte Fraktionschef Anton Hofreiter der Bild am Sonntag. Einer Auswertung der Grünen zufolge haben elf von 80 Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern keine ICE-, IC- oder EC-Verbindungen. Darunter sind Chemnitz, Leverkusen und Offenbach.