Wer in diesem Jahr mit der Bahn fährt, muss mit vielen Behinderungen durch Baustellen rechnen. Laut Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla könnte es in Spitzenzeiten bis zu 800 Baustellen gleichzeitig geben. So werden neben Instandhaltungsvorhaben derzeit rund 50 Neu- und Ausbauprojekte geplant oder umgesetzt.

Für die Maßnahmen ist die Rekordsumme von 10,7 Milliarden Euro vorgesehen. Im vergangenen Jahr hatte die Bahn noch 9,4 Milliarden Euro investiert. Der Anstieg geht zum Teil auch auf höhere Baupreise zurück. Den Großteil der Summe übernimmt der Bund.

Pofalla versprach, die Einschränkungen für die Fahrgäste trotz all der Baumaßnahmen möglichst gering zu halten. "Wir bekommen das Fahren und Bauen immer besser in den Griff", sagte er. Damit die Züge wieder frühzeitig rollen können, würden mehr Bauleute eingesetzt, häufiger "Hilfsbauwerke" errichtet und mehr nachts gearbeitet.

Ein besonderer Fokus liegt bei den Bauarbeiten laut Pofalla darauf, Flaschenhälse im Netz – etwa durch neue Weichen und Überholgleise – zu weiten. Besonders zwischen Köln und Dortmund, Fulda und Mannheim, Würzburg und Nürnberg sowie rund um Hamburg sind die Strecken vielbefahren. In diesen "Plankorridoren" soll zusätzliches Personal dafür sorgen, dass die Züge zukünftig pünktlicher fahren. Die Bahn hat immer noch stark mit Verspätungen zu kämpfen und muss den Fahrgästen deswegen häufig Entschädigungen zahlen.