Airbus - Ein Flugtaxi für Ingolstadt Der elektrobetriebene CityAirbus soll schon bald die ersten Probeflüge in Bayern absolvieren. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will dafür zügig neue Gesetze schaffen. © Foto: Armin Weigel/dpa

Zeitgleich zum Start des ersten Lufttaxi-Modells von Airbus in Ingolstadt hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer dafür geworben, die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür, zügig zu schaffen. "Die Gesetze dürfen nicht erst geschaffen werden, wenn die Ingenieure die Fluggeräte fertig entwickelt haben", sagte der CSU-Politiker in Ingolstadt, wo der CityAirbus der Öffentlichkeit präsentiert wurde. "Schaut ziemlich cool aus, jetzt muss er nur noch fliegen", sagte Scheuer auf dem Ingolstädter Rathausplatz.

Der CityAirbus ist eine elektrobetriebene, drohnenähnliche Maschine mit vier Sitzplätzen und acht Rotoren. Es ist angedacht, dass solche Flugtaxis künftig in Großstädten Passagiere auf festen Routen befördern, etwa vom Zentrum zum Flughafen. Daneben sind aber noch weitere Einsatzgebiete geplant, unter anderem im Gesundheitswesen. So sollen die Miniflieger künftig Notärzte schnell zu Unfallopfern bringen sowie dringend benötigte Blutspenden oder Organe transportieren.

Das neue bayerische Lufttaxi wurde in den vergangenen Jahren im Airbus-Helikopterwerk im schwäbischen Donauwörth gebaut. Ingolstadt ist bundesweite Modellregion für die Nutzung solcher Flugobjekte, die auf kleinem Raum abheben und landen können. Die oberbayerische Stadt hatte sich im Rahmen der EU-Initiative Urban Air Mobility beworben. Außer Airbus sind etliche weitere Unternehmen und Forschungseinrichtungen an dem Ingolstädter Projekt beteiligt.

Der CityAirbus auf dem Ingolstädter Rathausplatz © Armin Weigel/dpa

In der Nähe von Ingolstadt soll der CityAirbus in wenigen Monaten auf einem Testgelände erste Probeflüge machen. Flüge über bewohntem Gebiet sind noch nicht erlaubt.

"Mit dem autonomen Fliegen wird es noch leichter"

Solche Fluggeräte werden derzeit weltweit entwickelt und gebaut. Die größten Konkurrenten für die Airbus-Ingenieure sitzen in den USA und in China. Dennoch hält Digital-Staatsministerin Dorothee Bär es für möglich, "dass Deutschland in dieser neuen Technologie Weltmarktführer wird", wie sie der Rheinischen Post sagte. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass Europa sowohl bei der Entwicklung von Flugtaxis als auch bei der Regulierung die Nase vorn haben kann."

Die CSU-Politikerin, die vor einem Jahr dafür verspottet worden war, als sie über Flugtaxis sprach, sagte der Zeitung, natürlich machten Entwicklungen wie Flugtaxis manchen Menschen auch Angst wie einst die Eisenbahn. "Fakt ist: Der Luftverkehr lässt sich in vielerlei Hinsicht sogar leichter und sicherer regeln als der Straßenverkehr, weil es hier zum Beispiel keine Fußgänger und Fahrradfahrer gibt. Und mit dem autonomen Fliegen wird es noch leichter."