Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will den Anteil von Elektroautos durch ein Förderprogramm für private Ladestationen erhöhen. Dafür solle im Haushalt 2020 eine Milliarde Euro zusätzlich bereitgestellt werden, forderte er.

"Wir wollen für die Bürger Ladepunkte und deren Einbau in der eigenen Garage zur Hälfte fördern. Dafür brauchen wir sofort eine Milliarde Euro. Das muss sich im Bundeshaushalt abbilden", sagte der Minister der Bild am Sonntag. Dem Ministerium nach laden die Besitzerinnen und Besitzer ihr E-Auto überwiegend zu Hause oder am Arbeitsplatz. Deshalb solle der Staat beim Ausbau privater und gewerblicher Ladestationen bis zu 50 Prozent der Kosten übernehmen.

Bisher ist ein großes Hemmnis für den Durchbruch von E-Autos, dass es keine flächendeckende Infrastruktur an Ladesäulen gibt. Mehr Elektroautos sind wichtig, damit Deutschland seine Klimaziele im Verkehr 2030 erreichen kann. Scheuer hatte am Freitag als erste Maßnahme ein Gesetzespaket für die Ladeinfrastruktur angekündigt.

Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft gab es Ende 2018 insgesamt über 16.100 Ladepunkte in Deutschland, zwölf Prozent davon waren Schnelllader. Das Wirtschaftsministerium hingegen spricht von bundesweit 8.000 öffentlichen Ladesäulen. 

Derzeit bereitet eine auf den ersten Blick unscheinbare Regeländerung der Branche Probleme: Seit dem 1. April müssen die Ladesäulen formal dem Eichrecht entsprechen. Das Problem soll zunächst mit einer Umrüstfrist gelöst werden. Unklar ist, wie viele der Säulen nicht messrechtskonform sind.