Der Frühling ist da – und mit ihm wird es wieder attraktiver, mit dem Motorroller zu fahren. Gerade in der Stadt ist das motorisierte Zweirad, ob mit klassischem Verbrennungs- oder mit Elektromotor, ein praktisches Fortbewegungsmittel. In einigen Großstädten gibt es mittlerweile kommerzielle Anbieter für E-Roller-Sharing. Doch auch der Kauf eines Rollers kann für Städter interessant sein, etwa als sparsamerer Ersatz zum Auto.

Damit verbunden sind einige Fragen: Welchen Führerschein braucht man? Wo darf man damit fahren? Und wo das Fahrzeug abstellen? Darf man die Einkaufstasche zwischen den Beinen nach Hause fahren? Wir geben Antworten.

Welchen Roller darf man mit welchem Führerschein fahren?

"Motorroller" ist für das Straßenverkehrsrecht ein Fremdwort – es unterscheidet zwischen Kleinkrafträdern und Leichtkrafträdern. Die erstgenannten werden mit einem höchstens vier Kilowatt (kW) starken Motor höchstens 45 km/h schnell. Der Hubraum darf nicht größer als 50 Kubikzentimeter (ccm) sein – man spricht von der 50er-Klasse. Wer einen solchen Roller fahren will, braucht einen Führerschein der Klasse AM, den man ab dem 16. Lebensjahr erwerben kann. Der Autoführerschein, Klasse B, schließt die Klasse AM ein.

Davon unterscheiden sich die Leichtkrafträder. Sie haben auch einen Durchstieg, der sie optisch von einem Motorrad unterscheidet. Ihr Motor leistet bis zu 11 kW, der Hubraum ist zwischen 50 und 125 ccm groß. Damit werden diese Zweiräder maximal 100 km/h schnell. Wer seinen Pkw-Führerschein vor dem 1. April 1980 erhalten hat, darf damit auch aufs Leichtkraftrad – für alle andere ist der Führerschein der Klasse A1 Voraussetzung.

Ferner gibt es Großroller, deren Motor mehr als 125 ccm Hubraum besitzt. Sie gelten als Motorräder, darum braucht man dafür einen Führerschein der Klasse A.

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Brauchen Roller ein Versicherungskennzeichen?

Ja. Klein- als auch Leichtkrafträder müssen zwar nicht zugelassen werden wie ein Pkw und sind außerdem steuerfrei. Der Gesetzgeber schreibt aber für beide Kraftradtypen eine Haftpflichtversicherung vor – und mit dem Schild am Roller weist dessen Besitzerin nach, dass sie die Police abgeschlossen hat. Die Versicherung deckt im Fall eines Unfalls Schäden an Personen und Sachen ab, die der Roller bei Dritten verursacht.

Fährt man ohne gültiges Versicherungskennzeichen, droht eine Geld- oder Haftstrafe gemäß Paragraf 6 Pflichtversicherungsgesetz. Versicherungsunternehmen bieten darüber hinaus eine freiwillige Teilkasko an, die etwa den Diebstahl des Rollers abdeckt.

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Muss man auf dem Roller einen Helm tragen?

Paragraf 21a der Straßenverkehrsordnung (StVO) schreibt auch für Fahrerinnen und Fahrer von Rollern, die nur 45 km/h erreichen, das Tragen eines Helms vor. Das gilt auch für die Mitfahrer. Wer ohne Helm erwischt wird, muss mit einem Verwarngeld von 15 Euro rechnen.

Feste Schuhe sind zwar nicht vorgeschrieben. Für den Fall eines Sturzes ist es aber besser, nicht mit Flip-Flops oder Sandalen Roller zu fahren.

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Muss man tagsüber mit Licht fahren?

Krafträder müssen laut Paragraf 17 StVO auch am Tag "mit Abblendlicht oder eingeschalteten Tagfahrleuchten" gefahren werden. Das gilt auch für Roller, die nur 45 km/h erreichen. Bei schlechter Sicht und Dämmerung ist das Abblendlicht Pflicht, Tagfahrlicht genügt dann nicht.

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Soll man auf dem Roller rechts oder in der Fahrbahnmitte fahren?

Der ADAC empfiehlt, als Rollerfahrer selbstbewusst die Mitte der Fahrbahn zu benutzen – schon aus Gründen der eigenen Sicherheit. Wer rechts am Fahrbahnrand fährt, verleite ungeduldige Autofahrer eher zu gefährlichen Überholmanövern, argumentiert der Automobilclub. Das liegt auch an der gesetzlich festgelegten Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h, also knapp unterhalb des innerorts erlaubten Tempo 50. Dadurch empfinden manche Autofahrer die Rollerfahrerinnen als Verkehrshindernis.

Das "Durchschlängeln" an einer roten Ampel, wie es Radfahrer gern machen, ist übrigens nicht erlaubt. Wer nach vorne will, muss die wartenden Fahrzeuge links überholen – aber nur, wenn ausreichend Seitenabstand vorhanden ist. Absolut tabu sind Radwege.

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Sind Roller auf Kraftfahrstraßen erlaubt?

Das Verkehrszeichen 331 kennzeichnet eine sogenannte Kraftfahrstraße. © Bundesanstalt für Straßenwesen

Kraftfahrstraßen, erkennbar an dem Verkehrszeichen 331, dürfen laut Paragraf 18 StVO nur von Kraftfahrzeugen benutzt werden, die aufgrund der Bauart ein Höchsttempo von mindestens 60 km/h erreichen. Das schließt also die Roller der 50er-Klasse aus. Sie haben auf Kraftfahrstraßen nichts verloren, ebenso wenig auf Autobahnen.

Wichtig: Bundesstraßen sind grundsätzlich für solche Roller zugelassen – solange diese Straßen nicht mit dem Verkehrszeichen 331 versehen sind.

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Darf man Kinder auf dem Roller mitnehmen?

Sohn oder Tochter auf dem Roller zur Schule bringen? Ja, das ist erlaubt. Der Gesetzgeber erlaubt grundsätzlich, Kinder jedes Alters mitzunehmen. Voraussetzung ist, dass auf dem Roller Platz für einen Mitfahrer ist. Der erwachsene Rollerfahrer sollte allerdings sicherstellen, dass das Kind in der Lage ist, sich an ihm festzuhalten und die Füße sicher auf die Fußrasten zu stellen.

Für Kinder unter sieben Jahren gilt außerdem die Einschränkung, dass diese einen besonderen Sitz haben müssen und dass sichergestellt ist, dass die Füße des Kindes nicht in die Speichen geraten können (Paragraf 35a, Absatz 9 der Straßenverkehrszulassungsordnung).

Auch ein Kind muss bei der Mitfahrt auf dem Roller natürlich einen Schutzhelm tragen. Für Kinder gibt es spezielle Helme.

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Darf man Sachen zwischen den Beinen transportieren?

Auch wenn ein Roller einige Vorteile hat: Der Stauraum gehört nicht dazu. Natürlich bietet sich das Helmfach unter dem Sitz an, aber dort passen nur kleinere Dinge rein. Also für die Strecke vom Supermarkt nach Hause mal eben die Einkaufstasche zwischen die Füße klemmen – das wird doch erlaubt sein, oder? Leider nein.

Die StVO schreibt vor, dass Ladung so zu sichern ist, "dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen" kann. Bei einem Unfall ist das Risiko groß, dass die ungesicherte Ladung durch die Luft fliegt und jemanden verletzt. Womöglich springt dann auch die Haftpflichtversicherung nicht ein.

Es gibt aber andere Möglichkeiten, etwas zu transportieren: Kleinere Einkäufe passen für kurze Strecken in einen Rucksack, den man während der Fahrt auf dem Rücken trägt. Außerdem gibt es für den Transport passendes Zubehör, etwa Heckgepäckträger, sogenannte Top-Cases und Satteltaschen. Auf dem Gepäckträger muss eine Tasche selbstverständlich sicher befestigt sein. 

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Wo darf der Roller parken?

Streng genommen ist es nicht erlaubt, den Roller auf dem Gehweg abzustellen – außer ein Verkehrszeichen erlaubt das ausdrücklich. Denn die Straßenverkehrsordnung unterscheidet nicht zwischen Motorrollern, Motorrädern und Autos. Sie alle müssen also eigentlich am Straßenrand abgestellt werden.

Das Problem an der Sache: Die Rollerfahrerin muss sich wie ein Autofahrer an die Gegebenheiten vor Ort halten – also etwa bei entsprechender Vorgabe Geld in eine Parkuhr werfen oder einen Parkschein ziehen. Das Ticket muss am Fahrzeug zum Beispiel mit Klebeband befestigt werden. Um möglichem Streit mit dem Ordnungsamt vorzubeugen, sollte man den Kontrollzettel aus dem Parkautomaten mitnehmen und aufbewahren, denn ein Scherzbold könnte ja am Roller den Parkschein entfernen. Nicht erlaubt ist es, das Zweirad auf Flächen abzustellen, die als reine Pkw-Parkplätze ausgewiesen sind.

Ein weiteres Problem: Der Gesetzgeber gibt in der StVO vor, dass "Fahrzeuge, die ohne Schwierigkeiten von der Fahrbahn entfernt werden können", etwa Krafträder, dort über Nacht nicht unbeleuchtet stehen gelassen werden dürfen. Damit ist der Straßenrand zumindest nachts auch tabu.

Roller auf dem Bürgersteig zu parken (oder neben Fahrradständern) wird aber meist geduldet, wenn der Gehweg breit genug ist und niemand behindert wird. Sonst darf der Roller auch abgeschleppt werden. Klar ist aber: Das Rumrollern auf dem Gehweg ist verboten. Wer seinen Roller dort abstellen will, muss ihn schieben.

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