Dieselskandal - Ex-VW-Chef Martin Winterkorn droht Prozess Im Dieselskandal muss sich der ehemalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn wohl vor Gericht verantworten. Er wird wegen Betrugs und unlauteren Wettbewerbs angeklagt. © Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Im Dieselskandal bei Volkswagen hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig Anklage gegen den ehemaligen VW-Chef Martin Winterkorn erhoben. Das Landgericht Braunschweig habe die Anklage am Freitag erhalten und prüfe jetzt die Klagezulassung, sagte der zuständige Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe. Er sprach von einem wichtigen Zwischenschritt.

Winterkorn und vier weiteren Führungskräften wird schwerer Betrug, ein Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb sowie Untreue vorgeworfen. Der Strafrahmen liegt für Betrug im besonders schweren Fall (gewerbsmäßiges Handeln und das Herbeiführen eines Vermögensverlustes großen Ausmaßes) bei sechs Monaten bis zu zehn Jahren Haft.

Unter anderem, so der Vorwurf der Anklage, habe der Konzern mit Wissen und Billigung Winterkorns im November 2014 ein Softwareupdate mit Kosten von 23 Millionen Euro durchgeführt, das nutzlos war und dazu dienen sollte, den wahren Grund für die erhöhten Schadstoffwerte im Normalbetrieb der Fahrzeuge weiterhin zu verschleiern.

In den Dieselskandal sind mehrere Autohersteller involviert. Mithilfe einer Software sollen die Konzerne jahrelang die Emissionen von Dieselfahrzeugen manipuliert haben. Die Fahrzeuge hielten die Grenzwerte bei den Messungen auf dem Prüfstand ein, nicht jedoch auf der Straße.  

Der Abgasskandal kam Mitte September 2015 bei Volkswagen in den USA ans Licht. Weltweit sind elf Millionen VW-Fahrzeuge betroffen.