Mobike ist der Sprung von Asien nach Deutschland im ersten Schritt gelungen. Das Unternehmen aus Shanghai will weiter expandieren und sich am Markt behaupten. Ein Bericht der Stiftung Warentest könnte nun einen Rückschlag bedeuten: Die Mobikes sind in der technischen Prüfung mit "mangelhaft" durchgefallen, Donkey Republic, Byke und den Pedelecs von Limebike erging es nicht besser. Jetzt werde der Test laut Wilk in einem deutschen Prüfinstitut wiederholt. Falls nötig, werde Mobike nachbessern.

In Köln, Berlin und Hannover gehören die silberfarbenen Mobikes mit ihren leuchtend orangefarbenen Felgen und dem ebenso auffälligen Korb am Lenker längst zum Stadtbild. An fast jeder Ecke stehen sie mit Vollgummireifen herum. Als Anbieter sogenannter Freefloating-Räder, also jene ohne feste Station, braucht Mobike keine besondere Genehmigung, wie sie Betreiber fester Stationen benötigen.

Wege versperren dürfen die Freefloater trotzdem nicht – und die Verwaltungen haben oft bereits reagiert: Köln etwa hat im vergangenem Jahr Teile der Innenstadt für Freefloating-Räder gesperrt. Anbieter dürfen dort nicht mehr abstellen, Kunden können die Räder allerdings zurückgeben. Außerdem besteht die Stadt auf Mitsprache bei der Entscheidung, wo und wie viele Fahrräder abgestellt werden – und der Garantie, dass Anbieter für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

Kölner bewerten Leihräder positiv

"Es gibt immer mal ein Rad, das mitten auf der Domplatte abgestellt wird", sagt Möllers. Aber generell funktioniere die Zusammenarbeit mit allen Anbietern gut. "Allen ist ein gutes Image wichtig." Bei Beschwerden reagierten die Verleiher alle zeitnah. Entsprechend warteten sie ihre Räder und stellten sie an die vereinbarten Plätze. Köln kommt den Anbietern auch entgegen, etwa mit sogenannten Mobilitätshubs: gemeinsamen Abstellstationen für Mietfahrzeuge wie Fahrrad, Auto und E-Roller.

Das bemerken auch die Stadtbewohnerinnen. Im aktuellen Fahrradklimatest des ADFC bewerteten sie die Stadt in der Kategorie "öffentliche Leihräder" mit der Schulnote gut. Das war die beste Note für die Stadt, die ansonsten bei dem Test mit der Gesamtnote 4,4 extrem schlecht abgeschnitten hat.

Während sich der Markt für Leihfahrräder entspannt, deutet sich der nächste Hype für Mikromobilität in Metropolen an. Vermieter für E-Kick-Scooter warten auf Zulassung für Deutschland, um ihre Flotten auf den Markt zu bringen. Es sind viele neue Unternehmen darunter, wie etwa Bird, aber auch vertraute Namen wie Byke oder Lime. Mobike will die Entwicklung beobachten und dann entscheiden, ob es seine Angebote mit E-Bikes oder E-Kick-Scootern aufstockt. Dieses Mal sind die Städte jedenfalls vorbereitet. Die freiwillige Vereinbarung für Bike-Sharing-Anbieter liegt bereits in den Schubladen. Diesen Leitfaden können sie jetzt für E-Kick-Scooter-Verleiher aktualisieren.