Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen mit der App Jelbi Nutzerinnen und Nutzern gleichzeitig verschiedene Mobilitätsangebote für den Nahverkehr anbieten. "Wir sehen unsere Aufgabe darin, die Mobilität der Zukunft zu orchestrieren", sagte die Vorstandsvorsitzende der BVG, Sigrid Nikutta. Mit der App sollen unterschiedliche Sharing-Angebote mit dem öffentlichen Nahverkehr zusammengeführt werden.

In der nun beginnenden Testphase sei ein großes Netz an Partnern wie der Berliner E-Roller-Anbieter Emmy und der Rad-Sharing-Dienst Deezer Nextbike dabei, hieß es von der BVG. Gemeinsam mit dem Parkraummanager Apcoa eröffnete das Unternehmen an der Berliner S- und U-Bahnhof-Station Schönhauser Allee eine neue Station für Sharing-Fahrzeuge. Neben Fahrrädern, E-Rollern und Autos sollen dort bald auch elektrische Tretroller stehen. Dort werde es zudem Ladestationen für Elektrofahrzeuge geben. Im Gespräch mit ZEIT ONLINE hatte Tilman Bracher vom Deutschen Institut für Urbanistik eine Reduzierung des Autoverkehrs durch E-Tretroller bezweifelt, sie seien jedoch "ein Zubringer zum öffentlichen Nahverkehr".

Auf der Jelbi-App sollen Nutzer sich nur einmal anmelden und gegebenenfalls den Führerschein hochladen müssen, um alle Dienste in Anspruch nehmen zu können, erklärte Christof Schminke, Geschäftsführer am deutschen Standort des litauischen Start-ups Trafi, das die App entwickelt hat. Das Programm biete verschiedene Routenempfehlungen und eine transparente Anzeige des Preises. Die Abrechnung erfolgt über die App.

Im Sommer sollen dann weitere Anbieter wie Berlkönig und der Carsharing-Anbieter Oply folgen, etwas später auch Taxi Berlin. Weitere Partner werde es im Herbst geben. Die großen Carsharing-Anbieter DriveNow und Car2Go sind vorerst nicht dabei. Daimler verfolgt eine eigene Strategie mit der Plattform Moovel.